Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 38 (1893-1894)
- Issue
- Heft 6
- Article
- Ein Brief Elijah Levita's an Sebastian Münster
- Date
- 1894-01-01
- Page
- Seite 258 (sequence 7)
- Language
- German
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258 Ein Brief Elijah Levita's an Sebastian Munster. gesandt habe. — So will ich Dir denn (Alles) noch einmal wiederholen. Du schriebest wegen des ״Buches über die Accente"4, — Ich theile Dir nun zum dritten Male mit, dass es mir in Rom verloren gegangen ist J) und ich nicht noch einmal darauf zurückkommen möchte, da es mir schon lästig ist* 1 2). Du fragst mich, wer die ״Männer von Tiberiasa sind, deren ich in meinem Commentar zur Grammatik des Rabbi Moscheh Kimchi3) Erwähnung thue? — Aber das hättest Du wissen sollen; denn richtig heisst der Name dieses Ortes. lateinisch Tiberia4), und es wird erzählt, dass ihn ein römischer Kaiser (Stadt), sagen sie nun. .liegt in Galiläa und ist drei Tagereisen von Jerusalem entfernt. — Darum nennen wir die Völker, die an sein (Jesu) Gesetz glauben, Nozerim (Christen):“ — Paulus Pagius, welcher dos Buch Tischbi in’s Lateinische übertragen bat, lässt den mit ולבך beginnenden letzten Satz unubersetzt, jedenfalls deshalb, weil er als frommer Christ es nicht über sich gewinnen konnte, die Worte: ״Darum nennen wir u. s. w.“ zu schreiben. Was Ludwig Geiger (Studium der hebr. Sprache im Mittelalter. Breslau 1870, Seite 62־, Anm, 2) bemerkt, ist nicht zutreffend, da diese Stelle zu bezeichnend und auffällig ist, um übersehen werden zu kennen; vielmehr gehört sie zu den Stellen, welche Paulus Pagius, wie er ausdrücklich hervorhebt, mit Absicht und Vorbedacht nicht übersetzen wollte. Vergl. L. Geiger, a. a. Ov) Seite 59. 1) Im Jahre 1527 bei der Plünderung Borns. — Siebe Zunz, Zur Geschichte und Literatur, S. 281. Vergl. auch J, Levy, Elia Levita und seine Leistungen als Grammatiker, Breslau, 1888, S. 63 . . . דד־ בשנת ״ .רפ״ו לפר״ק נלכרד, הסיר (רומי) ורדתי לשלל ולבון ולקחו ממני כל ספריEs war im Jahre 287, da wurde die Stadt Bom erobert, und ich ward zur Beute und Plünderung, und alle meine Bücher wurden mir genommen/‘ 2) Aus dieser Bemerkung schliesst S. Münster, wie wir glauben, mit Unrecht, dass die verloren gegangene Arbeit Levita’s jedenfalls auch nicht genügende Aufklärung über Accente u. s. w. gegen haben dürfte; er sagt in der Nachschrift zu unserem Briefe: Dolebunt mocurn studiosi, librum accentuum, priusquam evulgaretur, sic Bomae periisse, tametsf non usquequaque integer et absolutus, etiamsi in publicum prodisset* nobis traditus fuisset, quum ipsemet nauseam sibi asserat excitari, quoties illi suggeritur denuo illum sub incudem revocare. Nam neminem hodie putant existere, cui absoluta constet ratio accentuum. — Diese Worte zeigen, dass Seb. Münster doch sehr vorschnell ist in der 1111׳ günstigen Beurtheilung seines Lehrers, vor dessen Wissen und Pähig״ Seiten er doch etwas mehr Achtung hätte an den Tag legen sollen. 3) Der Titel dieser Schrift ist!מהלד שבילי הדש־־• — Vergl, darüber Steinschneider, Bibliographisches Handbuch u. s. w., Leipzig, 1859, Seite 74 f. 4) Levita schreibt, wie im Tischbi s. h. v. zu lesen ist, מכליא, ohne Jod hinter dem Teth. So ist auch die Orthographie im Pseudo-Jonathan־ Tatfgum zu IV. M. 34, 8 und V. M. 83, 23 (מבריא) und V. M. 3, 17