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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1894-01-01 · Heft 6 · p. Seite 253

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
38 (1893-1894)
Issue
Heft 6
Article
Ein Brief Elijah Levita's an Sebastian Münster
Date
1894-01-01
Page
Seite 253 (sequence 2)
Language
German
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Ein!!rief Elijah Levita’s an Sebastian Münster. 253 schriftlicher Verkehr zwischen christlichen und jüdischen Gelehrten sich entwickelte. Es ist erfreulich zu beobachten, wie auch die bedeutendsten Männer jener Zeit — man denke nur an Pico von Mirandola, Johann lieuchlin u. a. — in einer fast innigen, intimen Verbindung־ mit gebildeten und wohlunterrichteten Juden standen: wie jene es nicht unter ihrer Wirde hielten, bei diesen sieh Rath zu holen und an sie mit der Bitte uni Aufklärung und Belehrung über gewisse ihnen noch nicht recht verständliche Gegenstände aus den! Gebiete der hebräischen Sprachwissenschaft heran zu treten. Guter diesen jüdischen Gelehrten nimmt wohl aber den her- Yorragendsteu Platz ein Elijahu ben Ascher ha-Levi ha-Aschkenasi (geboren 1469 zu Neustadt an der Aisch, nahe hei Nümberg, gestorben zu Venedig 1542), von den Juden gewöhnlich Elijah Bacliur, von den Christen Elias Levita genannt, der Lehrer des Cardinais Aegidio de Viterbo, des Paulus Fagius, Sebastian Münsters und anderer angesehener Christen. Insbesondere war S. Mün ster (1489—1552), Professor der hebräisehen Sprache in Heidelberg und dann in Basel, mit seinem Lehrer Levita, dessen Schriften er übersetzte und bearbeitete, eng verbunden und stand mit ihm, und allerdings auch mit anderen gelehrten Juden, in regem Briefwechsel. Das spricht derselbe gelegentlich einmal selbst ans. Im Vorworte zu einem Briefe nämlich, den Elias Levita ihm aus Venedig geschrieben, und den er für so interessant und belehrend (eruditione non vaeaus) hält, dass er ihn, unmittelbar nachdem er ihn empfangen, anlässlich seiner Herausgabe von R. David K imelirs Commentar zum Propheten Amos, im Jahre 1531 zu Basel mitveröffentlichte, heisst es: Alias vero epistolas, quas idem Elias et alii multi Judaei ad me scripserunt, alio tempore evulgabimiLS etc. Dieser hebräisch geschriebene Brief Levita’s selber aber, zusammen mit Münsters Vor- und Nachbemerkungen dazu ist auch besonders darum so interessant und verdient die Beachtung seitens des Forschers, weil hier Gelegenheit geboten ist, sich ein richtiges Bild davon zu machen, wie der Professor in Basel und der gelehrte Jude mit einander standen, und wie der Verkehr zwischen beiden gestaltet war. Soviel bekannt ist, hat von diesem Schreiben, seitdem es zum ersten Male in jenem sehr seltenen Druckwerke vom Jahre 1531 erschienen ist, eine zweite Veröffentlichung nicht stattgefunden. Allerdings haben Wunderbar (im Literaturblatt des Orients von 1849, No. 5, Seite 71 und 72) und Perles

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