Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 38 (1893-1894)
- Issue
- Heft 6
- Article
- Zur Geschichte der Targumim nach talmudischen Quellen
- Date
- 1894-01-01
- Page
- Seite 249 (sequence 9)
- Language
- German
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Zur Geschichte der Targumim nach talinudischen Quellen. 249 IP Jeremia im Namen IP Ohijja b’ Abba, ,,ist nicht aus den. (triechischen entstanden, und nicht cin U n b er 11 f e ע er hat sie hergestellt, sondern der Proselyt Akylas selbst hat dieses Targum yerfasst, er hat es zweien Autoritäten, dem R5 Elieser und K: Josua, vorgetragen, und sie haben es nicht nur ge־ billigt, sondern ihn wegen dieses verdienstlichen Werkes ge־ lobt und das Psalmwoit, ,,Gar schön vor Menschen bist Du, Anmut 11 ist gegossen auf Deine Lippen,“ auf ihn angewandt,“ ein entscheidender Beweis dafür, dass das aramäische Pentateuch-Targum classisehen Ursprungs ist. Damit ist die zuerst vorgetragene Ansicht durchaus beseitigt, und der einzige Grund für Ausschiiessung des Onkelos ־Targum vom gottesdienstlichen Gebrauch muss darin gefunden werden, dass die allgemeine Maassnahme gegen die schriftlichen Targumim ihre Wirkung unwillkürlich auch gegen dieses Targum geäussert hat. Beid e Talmude berichten demnach über dasselbe Pactum, < 1 a 1־ üb er 1 נ äin li ch, dass d as a r a m ä i sehe P e n t. a t e u c h -Targ 11 m des Akylas-Onkelos durch IP Elieser und JP Josua sanctionirt worden ist. Die Differenzen in der Darstellung ergehen sich einfach daraus, dass in Babylonien die Autorschaft des Onkelos niemals zweifelhaft war, und dass die babyl. Gemara deshalb von der Behauptung, ein Unberufener habe das Pentateuch־ Targum verfasst, keine Notiz nimmt und daher auch iinerwähnt, lassen kann, dass dem Onkelos eine Lobeserhebung zu Th eil geworden sei, da der ”Werth seines Werkes, wie gesagt, ohnehin gebührende Würdigung gefunden habe. Eine wesentliche Unterstützung erhält die hier vorgetragene Auffassung, dass auch im je ras ah Talmud nur von dem aramaischen Pentateuch-Targum die Bede sei, durch die Ermittelung des Zeitpunktes, in welchem Akylas-Onkelos seine Uebersetzungsarbeit dem IP Elieser und dem 1P Josua zur Begut ach tun g vorgelegt haben muss. Wann aber die letzteren die leitende Stellung einn ahmen, muss erst auf dem Wege.der Oombination gefunden werden, da die talmu dis eben Quellen darüber eine präcise Auskunft nicht ertheilen. Zwischen der Wirksamkeit des JP Jochanan ben Sakkai und derjenigen IP Gamliels II. in Jabneb hat ohne Frage ein mehrjähriges Interregnum stattgefunden, da des ersteren Thätigkeit in Jabneb sich über mehr als zwei Jahre kaum erstreckt haben kann (vgl. Raschi zu Rösch ha-Sehana 31B Ende). Frankel (Darclie ha-Mischna, S. (>5) behauptet nun zwar, dass Raschi die Zeit nur nach unten, nicht nach oben habe festlegen wollen, und rechnet darum 8—10 Jahre für