Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 38 (1893-1894)
- Issue
- Heft 6
- Article
- Zur Geschichte der Targumim nach talmudischen Quellen
- Date
- 1894-01-01
- Page
- Seite 248 (sequence 8)
- Language
- German
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248 Zur Geschichte der Targuuiim nach talmudisehen Quellen. Gewähr dafür, dass er nicht־ gegen den Geist der massgebenden haiaehischeu Anschauung übersetzen werde, und die Prüfung seines Werkes hat dieses Urtheil lediglich bestätigt. Endlich darf angenommen werden, dass das Pentateuch-Targum aus eigenster Initiative dos Uebersetzers hervorgegangen, und dass es kein Product bestellter oder gar bezahlter Arbeit ist. Nichts hindert also daran, die Autorschaft des aramäischen Pentateuch־• Targums dein Akylas-Onkelos zuzuschreiben. Nachdem nun oben (Abschnitt I bis III) die Mischna Megiila (<8B) ihrer wahren Bedeutung nach erkannt ist, wird auch für die Stelle im Jeruschalmi, welche hier zur Behandlung steht, und die sich an jenen Text anlehnt, das rechte Verständniss gewonnen werden. Das ermittelte Ergebniss gestattet die ganze Darstellung des jerusal. Talmuds, im vollen Gegen־• satz zu der bisher von allen Männern der Wissenschaft adoptirten Auffassung de Rossi/s, ausschliesslich, auf das aramaische Pein tat euch - Targum des Akylas zu beziehen. W Simon b7 Gamliel hatte die Schriftwerke der aramäischen Targumim unterdrückt; von dieser Massregel wurde nicht nur das Propheten-Targum des Jonathan, das unmittelbar die Veranlassung dazu bot, sondern unwillkürlich auch das Pentateuch״ Targum betroffen, obgleich das letztere zum בטול בית המדרש nicht direct beigetragen hat (Abschnitt 111). Unter Voraus״־ Setzung dieses in der Mischna (Sabbath 115a) angegebenen Grundes beschäftigt sich nunmehr der Jeruschalmi in der soeben citirten Stelle mit dieser Frage: In Satz 2 wird darauf die Antwort ortheilt, weil die Thora — im engeren Sinne genommen, also der Pentateuch —■ nur in/s Griechische mit ansreichen der Deutlichkeit übersetzt werden könne. Hier wird also gegen das aramäische Pentateuch-Targum der Vorwurf erhoben, dass es den Text nicht ansreichend wiedergebe. In diesem Falle kann natürlieh dieses Werk nicht elassisch sein, was sofort der Satz S zum Ausdruck bringt: ״ein בורגני hat aus dem Griechischen das aramäische Pentateuch-Targum hergestelltb — genau die Ansicht vieler Kritiker, welche in dem letzteren nur eine geschickte Nachbildung der griechischen Paraphrase des Akylas sehen. Der jetzt folgende Satz 4• steht nun :n de n k b ar gr 011 s t em Gegensatz zu der soeben vorgetragenen Anschauung — im jernsal. Talmud, erfolgen, wie bekannt, die Dlseussionen sehr oft ohne Vermittelung — und widerspricht ihr mit Angabe von Beweisen. ,,Die aramäische Pentateuch-IIebersetzungN sagt