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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1894-01-01 · Heft 5 · p. Seite 217

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
38 (1893-1894)
Issue
Heft 5
Article
Über ein Midrasch-Fragment in der Stadt-Bibliothek zu Trier
Date
1894-01-01
Page
Seite 217 (sequence 4)
Language
German
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Ueber ein Midrasch-Eragment. 217 Die nahe Verwandschaft des Midrasch, dessen Bruchstücke uns hier yorliegen, mit den beiden Tanchuma liegt so klar zu Tage, dass sie nicht erst nachgewiesen zu werden braucht. Andererseits aber ist bei aller Aehnlichkeit und Gemeinschaft doch auch wieder eine Verschiedenheit nicht zu verkennen. Für T. A ist diese bereits durch die erste Spalte des Fragments A gegeben. Dieses ganze Stück, welches auch T. B enthält, fehlt in T. A vollständig1), wie umgekehrt zwrei grössere Stücke des T. A* 2) ebensowenig in unserem Fragment, wie in T. B enthalten sind. Den! gegenüber zeigt sich hierin freilich eine vollkommene Uebereinstimmung unserer Fragmente mit T. B; alle Abschnitte dieses Midrasch — soweit sie für unsere Fragmente überhaupt in Betracht kommen können — sind nicht nur in ihnen wieder zu finden, sondern auch genau in derselben Ordnung und Folge an einander gereiht. Auch inhaltlich herrscht in jener ersten Spalte eine so weitgehende Uebereinstimmung mit den correspondirenden Stücken in T. B, dass man hieraus auf einen und denselben Midrasch zu schliessen sich veranlasst fühlen könnte. Indessen bietet bereits die darauf folgende Spalte in den einzelnen Auslegungen so bedeutende Abweichungen dar, in denen unser Fragment theils wieder dem T. A sich näher vorwandt zeigt, theils von beiden zugleich sich unterscheidet, dass *auch von einer Identität mitT. B. nicht die Bede sein kann. Wir haben es demnach hier mit den Bruchstücken eines dritten, den beiden Tanchuma, namentlich dem Bub er’sehen, sehr nahe verwandten Midrasch zu thun. Dass es in der That ehedem einen derartigen dritten Midrasch gegeben hat, darüber kann kein Zweifel sein. Menahem di Lonsano, welcher den ihm bereits gedruckt vorliegenden Tanchuma A für den Jelamdenu3) gehalten hat, bemerkt nämlich in seinem Maarich4) dass der wirkliche Tanchuma ״sich überhaupt nicht vorfinde — nämlich gedruckt5) — dass derselbe aber, wie er zuverlässig wisse,!) Ebenso fehlt der Schluss des zweiten Bruchstückes, welcher dem Anfang des Abs. 9 zu וארא in T. B entspricht. 2) Absatz 16 und 17 zu שמות. 3) cfr. Buber: Einleitung zum Tanchuma, S. 8 f. 4) Artikel כתבו המדפיסים תנחומא הנקרא ילמדנו ושקר הוא הלא :תכחומא תראה הילקוט שמזכיר שניהם בכמה מקומות אלמא האי לחוד והאי לחוד . והנה תנחומא אינו נמצא כלל ואולם נתבאר לי שיש ממנו ארוך וקצר הקצר הגיע לידי בשלימות והארוך הוא חשוב מאוד הגיע לידי ממנו פ' ואתחנן ופי עקב. 5) So glaube ich, abweichend von Buber a. a. 0., S. 8., Anm., diese scheinbar sich widersprechende Stelle erklären zu sollen. Auch Asulai, s. v. תנחומא, scheint die Stelle so aufgefasst zu haben.

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