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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1894-01-01 · Heft 5 · p. Seite 209

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
38 (1893-1894)
Issue
Heft 5
Article
Zur Geschichte der Targumim nach talmudischen Quellen
Date
1894-01-01
Page
Seite 209 (sequence 7)
Language
German
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Zur Geschichte der Targamim nach talnmdischen Quellen. 209 nahmestellung zu rechtfertigen vermag. Der Kernpunkt der .Frage, was RSbG bestimmt hat, die eingeführten aramäischen Targumim — nur diese kommen hier für uns in Betracht — nicht länger zu dulden, wird gar nicht berührt, und es ist nicht anzunehmen, dass einzig der Midrasch von Japhets schöner Sprache die "Veranlassung geboten habe, bestehende Einrichtungen zu ändern. Diese unverkennbare Lücke weist auf eine Ursache hin, die schon oben (Abschnitt I) angedeutet worden ist und später (Abschnitt III) ausführlich behandelt werden wird. Durch den Ausspruch des R’ Jehuda (Megilla 9 a): אף כשהתירו רבותינו (פרש״י רשב״ג) יונית לא התירו אלא בס״ת ״ .ומשום מעשה דתלמי המלךAls das Griechische von unseren Lehrern (dem RSbG nämlich) erlaubt worden ist, wurde es nur für den Pentateuch gestattet, welchen die LXX. übersetzt hatten“ wird nun die Zulässigkeit griechischer Uebersetzungen von RSbG auf den Pentateuch beschränkt und als einzige klassische Leistung dieser Art wird nur die Septuaginta anerkannt. Bei dieser Darstellung wird demnach die von dem Proselyten Akylas gefertigte griechische Uebersetzung (de Rossi im Meor Enajim, S. 146B), welche, wie die daraus entnommenen Oitate (zusammengestellt bei Zunz G. V., S. 82) ergeben, die ganze Bibel umfasste, vollständig ignorirt und auf den Index der verbotenen Targumim gesetzt. Dieser auffallende Vorgang steht in flagrantem Widerspruch zu der Thatsache, dass die Arbeit des Akylas in palästinensischen Schriften mehrfach und selbst zur Begründung von Halachas (jerus. Talmud Succa III, 5) als Autorität angeführt wird, was nicht hätte geschehen können, wenn sie für unzulässig gegolten hätte. Diese ganze Schwierigkeit findet jedoch ihre Lösung darin, dass der Autor des Satzes לא לתירל אלא בם;'ת der Amoräer R’ Jehuda ist (gegen Berliner, Targum Onkelos, S. 76 Anm.). In Babylonien war man nämlich des Griechischen unkundig und hatte von der griechischen Uebersetzung des Akylas überhaupt keine Kenntniss, man kannte vielmehr als griechische Bibelübersetzung nur die LXX nach der darüber in Umlauf befindlichen Ueberlieferung. Anders die jerusalemische Gemara. Diese bezieht die von RSbG den griechischen Uebersetzungen gewährte Duldung auch auf die Paraphrase des Akylas; dass diese Werke die Hände levitisch rein lassen (אין מפמאיץ את הידים), was Anlass zu dem Ausspruche des W Jehuda geboten hat, lässt sich vielleicht damit erklären, dass griechische Uebersetzungen nur bei den Monatsschrift. 38. Jahrgang. 14

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