Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 38 (1893-1894)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Zur Geschichte der Targumim nach talmudischen Quellen
- Date
- 1894-01-01
- Page
- Seite 208 (sequence 6)
- Language
- German
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208 Zur Geschichte der Targumim nach talmudischen Quellen. בטול בית המדרש untersagt wurde,, wird R? Nehemia’s Meinung ins rechte Licht gesetzt. Er nahm gegen die Targumim einen milderen Standpunkt ein, liess die Schriftwerke unangetastet und untersagte nur das zeitAv eilige Lesen darin (Ab״ schnitt II) wegen ihrer sprachlichen Uebereinstimmung mit den שטרי הדיוטות, die durchwegs aramäisch abgefasst waren (Zunz, Gr. V., S. 7). Im Sinne des R’ Nehemia hat daher Samuel in der That gehandelt, als er in seinem Wohnorte die Einrichtung traf, aus dem hebräischen Text der Ketubim am Sabbat Nachmittag vorlesen zu lassen, da nach den Grund- Sätzen von RJ Simon b, Gamliel, an denen Samuel stricte festhält, die Rücksicht auf öffentliche Belehrung jede Neueinführung von Erbauungs-Yorträgen als unstatthaft erscheinen lässt. Ueber die Begünstigung der Targumim von Seiten Rabs wird später (im Abschnitt X) noch gesprochen averden. II. Die oben erwähnte Meinungsäusserung des R’ Simeon ben Gamliel (wofür fortan die Abkürzung RSbG gebraucht wird) ist in der Mischnah (Megilla 8B) wie folgt Aviedergegeben : אין ב־ן כפרים לתפילין ומזוזות אלא שהכפרים נכתבים בכל לשון ותפילין ומדודות אינן נכתבות אלא אשורית . רשב״ג אומר אף ״ בספרים לא התירו שיכתבו אלא יונית.Zwischen den Büchern der Heil. Schrift und den Tefillin oder Mesusoth besteht nur der Unterschied, dass jene in allen Sprachen diese dagegen nur hebräisch geschrieben sein dürfen. RSbG sagt, dass man auch bei den Büchern der Heil. Schrift nur eine griechische Abfassung erlaubt habe“. Die vorliegende Passung der Mischnah, welche die Verwendung von Targumim — d. h. von Büchern der Hl. Schrift, die in anderer als hebräischer Sprache geschrieben sind — als Regel hinstellt und nicht als die Meinung Einzelner, ist offenbar deshalb gewählt, Aveil hier (und so auch Ende Rosch ha-Sckana) von einem allgemein geltenden Gebrauch die Rede ist, dem erst RSbG widerspricht. Für die Zulässigkeit aller Targumim wird eine Begründung nicht gegeben, ebensowenig für die Ansicht des RSbG, der jedes nicht-griechische perhorrescirt. Beide Talmude beschränken sich vielmehr darauf, den Bibelvers יפת ד ליפת in agadischer Weise dahin zu deuten, dass einst die schöne Sprache Japhets in die Zelte Sems eingeführt werden würde, was indess nur die von RSbG dem Griechischen zugebilligte Aus-