Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 38 (1893-1894)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Zur Geschichte der Targumim nach talmudischen Quellen
- Date
- 1894-01-01
- Page
- Seite 207 (sequence 5)
- Language
- German
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- Rashi 2× ep/1002670
- Amoraim 1× ep/1003430
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Zur Geschichte der Targumim nach talmndischen Ouellen. 207 Uebrigens theilt auch der babylonische Talmud die vom Jeruschalmi gegebene Auffassung der vorliegenden Mischna, und die Erörterungen zwischen R? Huna und R5 Chisda, sowie die zwischen Rab und Samuel, stören sie in keiner Weise. Die Schlussredaction der Mischna rief nämlich (vgl. weiter unten, Abschn.X) einen neuen Aufschwung der Targumlitteratur hervor, deren Werke einer theils freundlichen theiis feindlichen Stimmung begegneten. So versagt ihnen R5 Huna den Schutz vor Gefahren, während Rab ihre Einführung begünstigte. Da nun die Stellungnahme des ersteren mit unserer Mischna im Widerspruch steht, so erörtert die bab. Gemara diesen Punkt, begnügt sich aber damit für die Meinung des R’ Huna einen Anhalt in der Lehrmeinung einer tannaitischen Schule (תנאי היא) zu finden, obgleich dann immer noch die Entscheidung des Amora gegen die Autorität des Verfassers der Mischna auffallend bleibt. Die dann weiter in der Discussion der Gemara auftauchende Unterscheidung zwischen Propheten und Ketubim wird an derselben Stelle durch das Endergebnis völlig aufgehoben und beansprucht gar nicht, als endgültig angesehen zu werden. Auch könnte sie wohl auf die Targunxim bezogen werden (Raschi im Hamen seiner Lehrer). Innerhalb der Targumim hätte man dann mit Recht zwischen Producten der klassischen und denen der späteren Periode, zu welchen das Hagiographen-Targum (vgl. Abschnitt VIII) gehört, unterschieden, und die letzteren allein hätte R’ Huna im Auge haben können. Was SamuePs Ansicht angeht, so äussert er sich (Sabbat 1I6B) dahin, dass an der Verordnung des R’ Simeon b. Gamliel stricte festzuhalten sei. Er hat indessen den! Verlangen nach Erbauungsvorträgen Rechnung getragen durch Einführung einer Vorlesung aus den Ketubim am Sabbat Hach mittag. Den hierin liegenden Zwiespalt sucht die Gemara mit der Behauptung zu lösen, dass Samuel die Anschauung R’ Nehemia’s sich angeeignet habe. Diese Wendung bleibt nach der Erklärung der Commentatoren (Raschi und Tossafoth) unverständlich, da einerseits Samuel in der Praxis gegen R’ Nehemia handelte und andererseits seine Parteinahme für letzteren in der Theorie weder ausgesprochen noch auch irgendwie am Platze ist. Rab nämlich begründet seine eigene divergirende Ansicht ausdrücklich mit dem Motiv des R’ Simeon b. Gamliel, nämlich mit בפול בית המדרש. Erst durch die vorgetragene Auffassung, dass der Text der Mischna von Targumim spricht, deren Benutzung wegen