Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 38 (1893-1894)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Zur Geschichte der Targumim nach talmudischen Quellen
- Date
- 1894-01-01
- Page
- Seite 205 (sequence 3)
- Language
- German
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Zur Geschichte der Targumitn nach talmudischen Quellen. 205 Bücher der Propheten nur beim Vormi ttagsgottesdienste, die Hagiographen nur am Nachmittage des Sabbats zur Ver- Wendung gelangen. Damit aber ist jeder Unterschied zwischen Propheten und Hagiographen aufgehoben, und die Trennung in erlaubte und in verbotene Schriften wird gänzlich hinfällig, so dass nunmehr der erwähnten Mischna jeder Boden entzogen wäre. Das richtige Verständniss für unseren Text ergiebt sich jedoch aus dem jerusalemischen Talmud zur Stelle, welcher auffallenderweise bisher noch nicht consultirt worden ist. Er lautet: מהו בין שקורין בהן בין שאין קורין בהן(!) בין שיש בהן טעיות בין שאין בהן טעיות והא תני ספר שיש בו שנים שלוש טעיות בכל דף ודף מתקנו וקורא בו ד׳ אינו קורא בו.(2) מן מה דתנינן מפני־ מה אין הורין בהן מפני בטול בית המדרש הדא אמרה בין תורה לנביאים לכתבי קודש אין מצילין אותן מפני הדליקה,(3) מאן דאמר מטמאין את הידים מצילין אותן מפני הדליקה ומאן דאמר אין מטמאין את הידיים אין מצילין אותן.(4) התיכון הרי עברי שכתבו תרגום הרי אינו מטמאין את הידים ומצילין אותן מ׳ הד׳ (5) מן מה דתנינן אע״פ שכתובים בבל לשון טעונין גניוה הדא אמרה שמצילין אותן מה״ד.(6) מתניתא דר׳ שמעון דר״ש אומר אין דבר משום שבות שעומד בפני כתבי קידש מה פליגי תמן מפני מיונן ברם הכא כל עמא מודי שמצילין אותן מפה״ד, (ל) למי נצרכה לרשב״ג אע״ג דרשב״ג אומר אף בספרים לא התירו שיכתבו אלא יוונית מודי הוא הכא שמצילין אותן מה״ד , מעשה ברבן גמליאל שהיה עומד על הבנין בהר הבית והביאו לו ספר איוב כתוב תרגום ואמר לבנאי יגנווו תחת הנדבך. Von dem Grundgedanken ausgehend, dass hier eine An- Ordnung getroffen werden soll, welche sich nicht ganz von selbst versteht, unternimmt der jerusalemische Talmud drei Versuche zur Erklärung der Mischna. Dass unter Büchern, in denen zu lesen verboten ist, nicht defecte Exemplare zu verstehen seien (Satz 1), wird mit der Begründung abgewiesen, welche die Mischna giebt, dass ״nur wegen Störung der öffentliehen Belehrung daraus nicht gelesen werden sollu (Satz 2). Gleichzeitig wird festgestellt (Satz 2), dass defecte Exemplare des Pentateuchs oder der Propheten oder der Hagiographen aus Gefahr nicht zu retten seien, da sie ohnehin dem Untergange geweiht seien. Die Rettung von der Befähigung, die Hände levitisch zu verunreinigen, abhängig zu machen (Satz 3) wird in charakteristischer Weise (Satz 4) widerlegt. Die in Satz 5 hergeleitete Folgerung, dass Alles, was der Genisa bedürfe, gerettet werden solle, ist dahin zu verstehen, dass Alles, was in unbrauchbarer Beschaffenheit der Beseitigung bedürfe, in brauchbarem Zustande vor Gefahr geschützt