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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1894-01-01 · Heft 5 · p. Seite 202

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
38 (1893-1894)
Issue
Heft 5
Article
Beiträge zur Erklärung schwieriger Talmud-Stellen
Date
1894-01-01
Page
Seite 202 (sequence 10)
Language
German
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202 Beiträge zur Erklärung schwieriger Talmud-Stellen. Worte nach der Meinung R. Ismaels und R. Akibas.ג) Am Schluss vernehmen wir dann die Ansicht Rabinas, welcher die .Mischna dahin interpretirt, dass allerdings הנזקין שמין להן בעידית eine biblische Satzung sei, und dass die am Schluss angegebene Begründung מפני חקון העולם im Sinne R. Simeons zu verstehen sei, דרריש טעמא הקרא ומה טעם קאמר מד, טעם הניוקין שימין להן כעידית מפגי תקון העולם. Ais Beleg dafür heisst es dann weiter: דתניא אמר ר״ש מפני מה אמח הניוקין שמין להן בעידית מפני הגולנין ומפני החמסנין כדי שיאמר אדם למה אני גודל ולמה אני חומם למחר ב״ד יורדים לנכסי ונוטלין שדה נאה שלי וסומכין על מה שכתוב בתורה מיטב שדהו ומיטב כרמו ישלם לפיכך אמרו הניוקין שמין להן בעידית. Man muss nun zwar gestehen, dass die Auslegung Rabinas, nach welcher der Grundsatz הניוקין שמין להן בעידית einerseits biblische Anordnung und andererseits zugleich eine Einrichtung מפני תקון העולם im Sinne R. Simeons sein soll, der die biblischen Satzungen rationell zu begründen suchte, im höchsten Grade geistreich sei. Allein wenn man in der angeführten Baraitha die Worte וסומכים להם על מה שכתוב בתורה liest, stutzt man sogleich, weil man bemerkt, dass die Baraitha das gerade Gegentheil von demjenigen beweist, was bewiesen werden sollte. Denn die angeführten Worte deuten klar darauf hin, dass nach der Ansicht R. Simeons der Grundsatz הניזקין שמין להן בעידית thatsächlich nur eine spätere Bestimmung ist, wofür in den Schrift Worten eine blosse Anlehnung gesucht wird. Dazu kommt, dass in der That die jerusalemische Gemara zur Stelle die Meinung R. Simeons ganz in diesem Sinne auffasst. Kehren wir nun nochmals zu unserer Tossiftastelle zurück, so finden wir, dass nunmehr bei unbefangener Betrachtung die Worte שהרי אמרה תורה לא תכלה פאת שדך durchaus nicht den Eindruck machen, als ob sie am Unrechten Platze ständen, und als ob man durchaus zu der Annahme gezwungen wäre, eine spätere Hand müsse den ursprünglichen Text der Tossifta geändert haben. Man denke sich nur, es stünden anstatt der Worte שהרי אמרה תורה bei uns analog der angeführten Baraitha die Worte וסמכו רהם על מה שכתוב בתורה לא תכלה פאת שרך. Die Gedankenverbindung wäre hier wie dort ungefähr dieselbe. Es wird nämlich näher erklärt, wodurch denn eigentlich der falsche Schein geweckt wird, und es wird ge- ג) Auf die verschiedenen Lesarten in den Worten R. Ismaels, wie auch auf die Differenz zwischen diesem und R. Akiba, und die verschiedene Auffassung hierüber zwischen Babli Gittin 48 b und Baba k. 59 a ist liier nicht der Ort einzugehen.

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