Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1894-01-01 · Heft 5 · p. Seite 203

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
38 (1893-1894)
Issue
Heft 5
Article
Beiträge zur Erklärung schwieriger Talmud-Stellen
Date
1894-01-01
Page
Seite 203 (sequence 11)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2829132-2829654-2829660-2878226--25515-2878250
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Zur Geschichte der Targumim nach talmudischen Quellen. 203 sagt, dass die Einrichtung wegen der grossen Menge, die, ohne viel zu grübeln, das Gebot buchstäblich nehme oder wenigstens in der Praxis es damit so halte, unentbehrlich sei. Hätte also wirklich eine bessernde Hand sich im Text der Tossifta etwas zu schaffen gemacht, so wäre es sehr auffallend, dass die Worte שהרי אמרה תורה an einer Stelle stehen geblieben wären, wo sie ganz den Eindruck machen müssen, als ob sie im Geiste E. Simeons gehalten seien. Wenn man daher bisher als sicher angenommen hat, dass der Text der Tossifta an unserer Stelle nicht in seiner Ursprungliehen Gestalt uns vorliege, erscheint uns das im höchsten Grade fraglich zu sein. Wir betrachten vielmehr unseren Text zum mindesten für ebenso authentisch als den der anderen Versionen. Nur möchten wir, da drei Versionen מפני ד׳ דברים haben, und nur die Version in Jerusch, die Einleitung מפני ה׳ דברים, geneigt sein, die letztere Version für eine jüngere anzusehen. Zur Geschichte der Targumim nach talmudischen Quellen. Von Louis HausdorfF in Leipzig. I. Eine für die Geschichte der Targumim sehr ergiebige und noch immer nicht gehörig verwerthete Quelle ist die bekannte Mischna im Tr. Sabbat (XVI, 1; babli 115a). Sie hat folgenden Wortlaut: כל כתבי הקודש מצילין אותן מפני הדליקה בין שקורין בהן בין שאין קורין בהן ואע״פ שכתובים בכל לשון טעונים גניוה ומפני מה אין קורין בהן מפני בטול בית המדרש. .,Alle Bücher der Heil. Schrift sollen aus Eeuersgefahr gerettet werden, auch solche, aus denen nicht gelesen werden darf; obgleich sie in anderer Sprache geschrieben sind, müssen sie bewahrt werden. Weshalb darf darin nicht gelesen werden? wegen Störung der öffentlichen Belehrung“. Unter den verbotenen Schriften verstehen alle Com־ mentatoren ausnahmslos die Ketubim. Ueber den Umfang dieses Leseverbotes gehen indessen die Ansichten auseinander.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.