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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1894-01-01 · Heft 5 · p. Seite 197

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
38 (1893-1894)
Issue
Heft 5
Article
Beiträge zur Erklärung schwieriger Talmud-Stellen
Date
1894-01-01
Page
Seite 197 (sequence 5)
Language
German
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Beiträge zur Erklärung schwieriger Talmud-Stellen. 197 Worin aber dann die Meinungsverschiedenheit zwischen den Schammaiten und Hilleliten bestehen soll, konnten wir aus den Worten des Maimonides beim besten Willen nicht ermittein 1). Die Verwirrung vergrössert sich noch dadurch, dass an der bereits genannten Stelle in Jer. auf den gegen die Schammaiten erhobenen Einwurf die Bemerkung folgt: ריב״ל אמר על הראשונה הושבה ר׳ בא אמר על השניה. Diese Stelle wird von den Commentatoren auf die Controverse zwischen den Schammaiten und Helliliten bezogen; und wäre man berechtigt, sie wirklich so aufzufassen, so würde die Stelle besagen, dass nach der Ansicht des ersten Amora die Controverse im Zusammenhang stehe mit einem früheren Passus in der vorhergehenden Mischna, nach der Ansicht des zweiten Amora dagegen mit einem späteren Passus der Mischna. Die letztere Ansicht nun könnten wir verstehen, sie würde übereinstimmen mit der bereits genannten Erklärung des ß. Simson. Allein wie soll nach der Ansicht des ersten Amora die Mischna erklärt werden? Ebenso strittig ist der Ausspruch ß. Simeons in der Mischna. E. Simson v. Sens giebt eine Erklärung der Stelle, die mit dem Wortlaut der Mischna in keiner Weise in UebereinStimmung gebracht werden kann. Wir müssen uns damit begnügen, auf das Studium des Commentars des B. Simson selber zu verweisen, da es viel zu weit führen würde, all die Schwierigkeiten, die sich gegen seine Erklärung erheben, im Einzelnen auseinander zu setzen. Nur so viel wollen wir bemerken, dass B. Simson offenbar durch das falsche Verständniss des Jer. zur Stelle zu seiner gezwungenen Erklärung der Mischna mit veranlasst worden ist. Nimmt man jedoch in der Mischna nur eine sehr leichte Emendation vor, so wird uns mit einem Schlage Alles klar und verständlich. Wir lesen in den Worten B. Simeons אף האומר לחברו חבית וו אני מוכר לך חוץ מקנקנה נלא] יצא קנקן לחולין. Als Stütze für diese Lesart dient uns zunächst folgendes Argument. In der Tossifta Maasser Scheni II, 16 heisst es: *) Wenn Jemand für Geld, das aus dem Erlös des zweiten Zehnten herrührt, in Jerusalem Wein kauft, so gilt einfach der Grundsatz: כדי יין סתומות מקום שדרכן לימכר סתומות יצא קנקן לחולין• Was also soll durch das Oeffnen nach den Hilleliten' oder durch das Ausleeren nach den Schammaiten erreicht werden? Höchstens doch nur: dass die Krüge nicht חולין werden. Das aber liegt ja gar nicht in der Absicht des Käufers. Unter solchen Umständen ist uns die Erklärung des Maimonides ganz unverständlich.

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