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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1894-01-01 · Heft 5 · p. Seite 194

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
38 (1893-1894)
Issue
Heft 5
Article
Beiträge zur Erklärung schwieriger Talmud-Stellen
Date
1894-01-01
Page
Seite 194 (sequence 2)
Language
German
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194 Beiträge zur Erklärung schwieriger Talmud-Stellen. gesprochen ist, dass dies nur מדוחק gestattet sei. Sich dieses Wort hinzu denken, geht schon aus dem Grunde nicht an, weil, abgesehen davon, dass dann die wesentliche Charakterisirung der Sache als fehlend (עירך חסד מן הספר) angenommen werden müsste, die Änalogieen gar nicht passen würden, auf die sich beide Controversanten berufen. 2. Wenn wir annehmen, dass es mit dem Verhältnis der einzelnen Werthmetalle zu einander in Bezug auf die Auslösung des Zehnten dieselbe Bewandtniss habe wie in der Mischna Baba m. IV, 1, so ist zu berücksichtigen, dass Rabbi a. a. 0. bekanntlich seinen Standpunkt nicht consequent festgehalten hat. Seine frühere Ansicht, welche die Mischna des Jer. aufweist, lautet: הכסף קונה את הזהב והזהב אינו קונה את הכסף, seine spätere Ansicht, welche die Mischna des Babli aufweist, lautet gerade entgegengesetzt. Sowohl nach dem Babli als nach dem Jer. zur St. war Rabbi ursprünglich der Meinung, dass dasjenige Metall als Tauschmittel anzusehen sei, welches werthvoller ist (דהבא דהשיב הויפזבעא). Später änderte er seine Ansicht dahin, dass vielmehr dasjenige ein Tauschmittel sei, das mehr im Verkehr sei (כספא לחריף הוי טבעא). Erklärt man nun danach unsere Stelle, so sind zwar die Worte des REBS klar verstandlieh, nicht aber die Erwiderung Rabbis: מפני מה מחללין כפף על נחושת שכן מחללין כסף על הוהב. in seinen Worten käme überhaupt kein Princip zum Ausdruck, und die Analogie träfe in keiner Weise zu. Die Annahme: מחללין כסף על הזהב hat nämlich das Princip להבא להשיב הוי טבעא zur Voraussetzung. Sofern es sich aber um das Verhältniss von כפף zu נחושת handelt, so müsste ja gerade nach diesem Princip כסף als טבעא erscheinen. TJeberdies schwankte die Ansicht Rabbis, wie sich aus der Mischna in Baba m. ergiebt, niemals in Bezug auf das Verhältniss von כפף zu נחושת, sondern das Letztere wird von ihm grundsätzlich überall als Waare (פילא) angenommen. 3. Die Schlussbemerkung, mit welcher der Jer. die Baraita begleitet: מדברי שניהם מחללין כסף על כסף ואין מחללין כסף על נחושת müsste jedenfalls einendirt werden. Anstatt ואין מחללין כסף על נחושת müsste man das gerade Gegentheil lesen. Auch מחללין כפף על כסף wäre nicht richtig, weil das nicht nur den unmittelbar vorher gehenden Worten der jer. Gemara, sondern auch der Mischna Dernai I, 3 widerspricht. Allein in Wahrheit ergiebt sich in unserer Baraita weder der Grundsatz מחללין כסף על כסף noch das Gegentheil davon. Wenn man alle möglichen Combinationen versuchen wollte, bliebe höchstens noch übrig zu lesen מחללין כסף על נחושת

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