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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1894-01-01 · Heft 4 · p. Seite 165

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
38 (1893-1894)
Issue
Heft 4
Article
Das allmähliche Überhandnehmen der matres lectionis im Bibeltexte
Date
1894-01-01
Page
Seite 165 (sequence 9)
Language
German
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Uoberhandnühmen der matres lectionis im Bibel texte. 165 — noch corrigirt wer(Ion musste, der aber bei viermaligem Auftreten schon die Genisa nach sich zog; wenn sie dagegen das zweifelhafte Wort pleno schrieben, so begingen sie damit keinen Fehler, selbst wenn dies Wort von Rechtswegen defectiv ]kitte geschrieben werden müssen. Was war da natürlicher, als für die volle Schreibung sich zu entscheiden, die nie die Genisa nach sich zieht und nicht einmal corrigirt zu werden braucht und (vom Talmud) überhaupt als ganz belangloser Fehler be~ trachtet wird? Dass viele Copisten wirklich so gehandelt haben, wird uns durch einige Zeugnisse aus dem Mittelalter bestätigt, so von Seiten der Tossafisten (1100—1300J), des R. Mordechai b. Hillel (st. 1298־) und des E. Ascher (st. 1327 0. Und wenn uns auch diese Bestätigung für die Zeit vor diesen Schriftstellern fehlt, so dürfen wir es mit gutem Rechte vermuthen. Was aber die Deductionen desMaimonides betrifft, welchem die Späteren folgten1 2 3 4), so beruhen diese darauf, dass er, sowie schon vor ihm Rasc-hi — wie bereits oben erwähnt —, das הני מלי in der fraglichen Talmudstelle (Men. 29 b) auf das VjT ל׳ bezieht. Danach ergiebt diese Stelle einen ganz anderen Sinn, nämlich: ,,Dies — die G-enisa — gilt nur bei חסרות, nicht aber bei יתירות, die wegradirt werden können und auch sollen. Fassen wir nun das bisher Gesagte kurz zusammen. In den halachischen Schriften, die sich aus der Zeit vom Ab- Schluss des Talmuds bis zur Abfassung der Mischneh Thorah des Maina, erhalten haben, kommt ein solches Verbot nicht vor. 1) In Menachoth 30 a unter Schlagw. אבל יתרות wird mitgetheilt: יש שועים כשמפופקין בתיבה אם מליאה אם חסידה, שעושין אותה .מליאה משום היתרות לית לן בה ולאו מילתא היא וכר. Und ebenso in den Piske Tossaphoth (zu Menack.) No. 43: יש כשמסתפקים בתיבה אם מלאה או חסרה עושין מלאה וטועים. 2) Ebenfalls gelegentlich seiner Besprechung der Stelle Menach. 29 b (befindet sich hinter den הלכות קטנות des Alphasi S. 81c der Ed. Wien 1804). Er sagt da: ואותם סופרים כשהם מסופקים ועושים יתירות טועין הן ועושץ מלאכת השם יתברך דמיה. 3) Dieser ist den הלכות קטנות des Alphasi beigedruckt. Auf S. 65b der genannten Alphasi-Ausgabe findet sich bei Ascheri Folgendes: ״אכל ביתרות לית לן בה", יש שטועים בפירושא דהאי מילתא כשמסופקין בתיבה אם היא שלימה או חסרה עושין אותה מלאה משום ראמרינן הבא אבל ביתרות ליח לן בה וטעות חוא בידם, כי היתרון פוסל כמו החסרון ורבי פירושו וכף. 4) So Ascheri in der in vorhergehender Anm. erwähnten Stelle, ferner sein Sohn im Tur (Jore Dea cap. 279) und Karo, Jore Dea cap. 279, 4.

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