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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1894-01-01 · Heft 4 · p. Seite 163

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
38 (1893-1894)
Issue
Heft 4
Article
Das allmähliche Überhandnehmen der matres lectionis im Bibeltexte
Date
1894-01-01
Page
Seite 163 (sequence 7)
Language
German
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Ueberliandnehmen der matres lectioais im Bibeltexte. 168 Erst bei Maimonides (1135-1204) finden wir dasselbe präeise ausgesprochen. Im Mischneh Thorah, Hilchoth Sepher Thora VII, 11 heist es: Sobald man ein plene zu schreibendes "Wort defective, oder ein defectives plene, oder das Keri statt des Kethib etc. geschrieben hat, so ist das betreffende Exemplar da durch unbrauchbar geworden 1). Gleich darauf heisst es weiter (§§ 12 u. 13): Eine Thorarolle2), die incorrect ist, darf man nicht länger als 30 Tage behalten, sondern sie soll entweder corrigirt, oder der Genisa3) preisgegeben werden; corrigirt, wenn sie drei Fehler auf jeder Columne, zur Ge-nisa bestimmt, wenn sie vier Fehler auf jeder Columne hat. Ist aber der grösste Theil der Rolle correct und befinden sich vier Fehler nur auf jeder Columne des geringeren Th eiles derselben, so hilft noch Correctur, wenn unter diesen fehlerhaften Oolumnen eine da ist, die weniger als vier Fehler hat. — (§ 13): Dies gilt blos, wenn er das plene sein Sollende defectiv geschrieben hat, weil in diesem Falle ja die Correctur darin besteht, dass die vergessenen Buchstaben zwischen die Zeilen gesetzt werden (was ja, wenn es häufig geschieht, die Handschrift verunziert), wenn er aber das defectiv sein Sollende plene geschrieben hat, so hilft noch Correctur, selbst wenn auf jeder Columne sich Adele solche Fehler befinden, weil er ja blos wegzuradiren und Nichts zwischen die Zeilen zu setzen braucht.“ Die Quelle, aus der Maimonides diese Vorschriften geschöpft hat, ist nach R. Joseph Ivaro’s Angabe im Kesepli Mischneh, und was ja auch ganz augenfällig ist, die oben angeführte Stelle aus Menachoth 29 b. Zu diesen seinen Deductionen konnte er aber nur dadurch gelangen, dass er diese Talmudstelle so wie Raschi interpretirt hat, von welcher Interpretation wir unten noch sprechen werden. 1) Die stelle lautet: אם בתב המלא המר או החבר מלא או שכתב מלה שהיא קרי וכתב כר,ריאתה כגון שכתב ישכבנה במל,רם ישגלנה רכו׳ הרי זה פסול. Karo bemerkt hierzu im Kesseph Mischneh: פסול מלא או הסר יתבאר בסמוך Karo meint die gleich darauf folgenden §§ 12 u. 13, in denen dies ausführlieh besprochen wird, und die wir auch gleich anführen. 2) Der Verfasser der הגהות מיימוניות, R. Meir ha־Kohen, (Schüler des R. Meir aus Rothenburg), bemerkt hierzu: אף בנביאים וכתובים מיירי. 3) Worin die Genisa einer untauglich gewordenen Thorarolle besteht, ist in Megilla 26b angegeben. Da heisst es nämlich: ואמר רבא ספר תורה שבלה גונוין אותו אצל תלמיד חכם ואפילו שונה הלכות אמי רב אחא ונתתם בכלי חרש למען יעמדו ימים (Jer. 32,14.) בר יעקב ובכלי חרט שנאמר רבים. Bei Maimonides, Hilch. Sepher Thora X, 3 heisst es demnach auch : ס״ת שכלה או שנפסל כותנין אותו בכלי חרם וקוברין אותו אצל תלמידי חכמים וזו גניזתו. 11*

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