Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1894-01-01 · Heft 4 · p. Seite 159

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
38 (1893-1894)
Issue
Heft 4
Article
Das allmähliche Überhandnehmen der matres lectionis im Bibeltexte
Date
1894-01-01
Page
Seite 159 (sequence 3)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2829132-2829654-2829659-2878153--25457-2878186
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

Ueberhandnehmen der matres lectionis im Bibeltexte. 159 Dies führt uns zu der Schlussfolgerung, dass mail ein solches damals noch gar nicht kannte. Hierin werden wir noch durch folgenden Umstand bestärkt. Die Verfasser dieser Tractate haben nämlich die im Talmud und in den anderen Traditions־ quellen zerstreut vorkommenden einschlägigen Yorschriften gesammelt und in diesen Tractaten zu einem Ganzen vereinigt 1). Nach dem bekannten Entwickelungsgange der Halacha (— Id. Tractaten gehören, in die talmudische Periode zu setzen, hält aber doch den Tractat ״Sopherim“ für jünger als die ״Scheilthoth des R׳. Acha“ (das. S. 97 resp. S. 102). Von dem Tractate über die Schaufäden (ציצית) und dem über die Samaritaner (כותים), die sich unter den 7 von Kirchheim herausgegebenen befinden, sagt Zunz (das. S. 90 bzw. S.?4), dass sie nicht mehr zu existiren scheinen; die fünf übrigen von Kirchheim herausgegebenen kannte er auch dem Namen nach nicht, weil ihm, wie es scheint, Asulais Werk מראית העין (Livorno 1805) nicht zu Gesichte kam, in welchem Werke (S. 74) 15 kl. Tractate aufgezählt werden, unter denen auch die 7 Kirohheim’schen genannt sind. Was das Alter der letzteren betrifft, zu denen die uns hier angehenden Tractate מזווה, כ״ת und תפילין gehören, so hebt Kirchheim, Einleitung (S. 3; die Einl. ist nicht paginirt■) die Thatsache hervor, dass die Sprache dieser Tractate die der Mischna ist, und dass in denselben nur Namen von Tannaiten und nicht von Amoräern Vorkommen, er überlässt es aber dem Leser selbst, die daraus zu ziehende naheliegende Schlussfolgerung, dass diese Tractate etwa noch in die Zeit der Tannaiten gehören, zu machen, ohne dieselbe selbst ausdrücklich auszusprechen. J. 1:1. Weiss, דור דור ודורשיך n (Wien, 1876), S. 244ff., sucht nachzuweisen, dass sämmtliche kl. Tractate in die nachtalmudische Zeit gehören, und dass namentlich der Tractat Sopherim und die 7 von Kirchheim herausg. Trac-tt. in der geonäischen Zeit abgefasst worden seien (das. S. 244f. u. 250f.) Betreffs des zeitlichen Verhältnisses des Tract. Sepher Thora zum Tract. Sopherim, dessen 5 ersten Capp. — also gerade derjenige Theil des Tractates, der die Bestimmungen für die Anfertigung der heil. Schriften zum Gegenstände hat — nach Inhalt, Eintheilung und Anordnung bis auf einige Erweiterungen dem Inhalte, der Eintheilung und Anordnung des aus bloss 5 Capiteln bestehenden Tract. Sepher Thora ganz entsprechen, hält Kirchheim (Einl. S. 3 unten) letzteren für älter als den ersteren, ebenso Herr Dr. Müller, der behauptet (Masecheth Soferim, Lpz. 1878, S. 5 nebst Anm. 3; S. 15, Anm. 21 und S. 26 unten), dass Tract. Sepher Thora in den Tract. Sopherim, dessen Abfassung er in die erste Hälfte des 9. Jahrhunderts setzt (das. S. 22), aufgenommen wurde; dagegen bestrebt sich Weiss (das. S. 252f.) naehzuweisen, dass Tract. Sepher Thora ein Auszug aus Tract. Sopherim sei.!) Schon R. Jacob Tarn aus Rameru (st. 1171) hatte es erkannt und in seinem Sepher ha-Jaschar ausgesprochen (angeführt von Dr. Joel Müller das. Einl. S. 30, Anm. 76), dass sich im Tractate Sopherim Vieles aus dem Talmud finde. — Vgl. auch Weiss, das., S. 245, 250, Anm. 2 u. S. 251. Dies ist aber vollends erhärtet durch die dankenswerthen Nachweise zu jeder Halacha, die Dr. Müller zu Sopherim und Kirchheim zu den von ihm edierten Tractaten gegeben haben»

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.