Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1894-01-01 · Heft 4 · p. Seite 151

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
38 (1893-1894)
Issue
Heft 4
Article
R. Eleasar ben R. Simeon al römischer Befehlshaber
Date
1894-01-01
Page
Seite 151 (sequence 7)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
97% known words query
IRI
…/2829132-2829654-2829659-2878152--25448-2878178
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

R. Eleasar ben R. Simeon als römischer Befehlshaber. 151 gestellt als Bezeichnung aller jener "Bibelstellen, die über die unzüchtigen Handlungen biblischer Personen berichten; 2. den Grund, weshalb die Mischna es verbot, alle diese Stellen in der Synagoge zu übersetzen und zu erklären, darin, dass das antinomistische Streben des Gnosticismus die verehrten Gestalten der Bibel auf Grund der bezeichneten Erzählungen schmähte und verunglimpfte; 3. dass die in der Mischna als verwerflich bezeichnete Uebersetzung von Leviticus XVIII, 21 der Zeit der Zeloten an gehört und die Grundlage für das als biblisch dargestellte Verbot, mit einer Nichtjüdin ehelichen Umgang zu pflegen, bildete. Es sind einzelne Punkte untergeordneter Bedeutung, deren Verständniss jedoch zur vollen Erkenntniss geschichtlicher Ereignisse und der auf dieselben bezüglichen Quellen führen kann. R. Eleasar ben R. Simeon als römischer Befehlshaber. Von Dr. Samuel Krauss. Auf mehreren Seiten der rabbinischen Literatur haben sich dunkle Beminiscenzen darüber erhalten«, dass B. Eleasar, der Sohn des B. Simeon ben Jochai, den Bömern gewisse Dienste geleistet habe. Sämmtliche Quellen (Pesikta di B. Kahana, p. 91b, ed. Buber, b. Baba rnezia 83b, j. Maaseroth III, 4 fol. 50d) stimmen darin überein, dass das von B. Eleasar bekleidete Amt seinen Stammesgenossen, besonders den Gesetzeslehrern, ein Dorn im Auge war, dass das Amt dem Babbi gegen seinen Willen aufgedrängt wurde, und dass er sich seinem unseligen Geschäfte nur mittelst der Flucht entziehen konnte. Ueber den Charakter des von B. Eleasar bekleideten Amtes jedoch herrscht sowohl in den Quellen, als auch bei den modernen Auslegern eine völlige Unbestimmtheit und die höchste Unklarheit. Alle Unbestimmtheit und alle U11klarheit schwindet jedoch, wenn wir das Factum, das von B. Eleasar erzählt wird, Zusammenhalten mit Vorgängen ahnlicher Art, die uns in der weitschichtigen rabbinischen Litteratur erhalten sind.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.