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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1894-01-01 · Heft 4 · p. Seite 149

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
38 (1893-1894)
Issue
Heft 4
Article
R. Eleasar ben R. Simeon al römischer Befehlshaber
Date
1894-01-01
Page
Seite 149 (sequence 5)
Language
German
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Die Bedeutung von עריות. 149 zum ersten Male angezeigt erschien, mochte er, oder, auf Grund von Megilla IV, 11, K. Elieser, die Deutung derselben sowohl in der S.vnagoge, als auch im Lehrhause untersagt haben; diese Bestimmung ist in Chagiga II, 1 zum Ausdrucke gelangt. Später jedoch schien es genügend, die Erklärung der עריךת nur den! Volke in der Synagoge, nicht aber auch den höher stehenden Jüngern des Lehrhauses zu versagen, welche Verfügung in Megilla IV, 10 und 11 zu finden ist, wo erst die weitläufig umschreibende und umdeutende, dann auch die einfache, doch jedenfalls erklärende Uebersetzung der unter עדיות zu verstehenden Bibelabschnitte untersagt wird. Es fragt sich nur noch, warum E. Akiba die Umschreibung und Erklärung dieser Stellen verbot, nicht minder, warum er die von E. Ismael gegebene Uebersetzung von Leviticus XVIII, 21 so streng ab wies. Es hängt dieses abweisende Verhalten E. Akibas aufs Innigste mit seiner consequent gehandhabten Methode in der Schriftdeutung zusammen. Für ihn war jedes Wort und jede Partikel in der Thora unentbehrlich, aber auch jeder Zusatz zum Texte ausgeschlossen; die Heiligeschrift konnte kein Wort mehr sagen, als sie sagte, sonst hätte sie einen anderen Sinn. Aus diesem Grunde war die erklärende oder paraphrastische Uebersetzung eines Verses nicht gesetzliehen Inhaltes ebenso wenig zulässig, wie die eines Gebotes oder Verbotes. Da B, Akiba es jedoch nicht ruhig mitansehen konnte, wie der Gnosticismus die Ahnen schmähte und die Berichte der Bibel zu diesem Behufe ausbeutete, da blieb nichts Anderes übrig, als die Ueb er Setzungen und Deutungen dieser Berichte in der Synagoge und dem Lehrhause zu untersagen, damit das YoYk von den die Ahnen in Wirklichkeit verunglimpfenden Erzählungen nicht den Irrlehren der antinomistischen Gnostiker zugeführt werde. In den Fällen, wo die Verunglimpfung eine nicht verehrte Person der Bibel betraf, wie Lot in Genes. XIX, die Bewohner Gibeas in Judicum XIX, lag kein Grund vor, die Erklärung dieser Abschnitte dem Volke vorzuenthalten. Haben wir den Standpunkt E. Akibas erkannt, so erscheint es nun ganz seiner Methode, den Text der Bibel wörtlich zu deuten, entsprechend, wenn er sich über biblische Personen rückhaltslos äussert, indem er auf Grund von Numeri XII, 9'Ahron aussätzig sein lässt, als den ungenannten Verletzer des Sabbathgebotes in Numeri XV", 32 Zelafchad bezeichnet und Elihu b. Berachel in Hiob XXXII, 2 mit Bileam identificirt (j. Sota V, 20 d; b. Sanhedrin 38a., 67 b). Doch weist er selber die allzuweit-

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