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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1894-01-01 · Heft 4 · p. Seite 147

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
38 (1893-1894)
Issue
Heft 4
Article
R. Eleasar ben R. Simeon al römischer Befehlshaber
Date
1894-01-01
Page
Seite 147 (sequence 3)
Language
German
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Die Bedeutung von עריזת. 147 zucht mit Nichtjüdiuneu, was mit R. lsmael im Sifre zu Deuteron. XVIII, 10 und mit Leviticus XX, 5 überein stimmen würde. Tn der unruhigen Zeit, als der eheliche Umgang mit Nichtjüdinnen, als eine der achtzehn Bestimmungen, verboten wurde ]), mochte man sehr strenge Strafen beabsichtigt haben, die zu vollstrecken man sich jedoch bei Uebertretung eines durch Deutung geschaffenen Yerbotes nicht erkühnte. Wir haben eine verlässliche Angabe über das strenge Yerfahren des Ge~ richtshofes in dieser Zeit in b. Sanhedrin 46a. und j. Chagiga 11, 78a. von r. Eiiezer b, Jacob: שמעתי שבית דין מכין ועונשין שלא מן התורה ולא לעבור על דברי תורה אלא כדי לעשות סיג לתורה ומעשה באחד שרכב על סוס בשבת בימי יונים והביאוהו לבית דין וסקלוהו לא מפני שראוי לכך אלא שהשעה צריכה לכך -שוב מעשה באדם אחד שהטיח את אשתו תחת התאינה והביאוהו לבית דין 2 והלקוהו לא מפני שראוי לכך אלא שהשעה צריכה לכך). Dieses Ansnahmsverfahren wurde, wie es der auch sonst über die letzte Zeit des Tempelbestandes gut unterrichtete R. Elieser b. Jacob verständlich genug sagt, zu einer Zeit in Anspruch genommen, als man die Furcht hegen musste, dass die Terbindungen mit Heiden immer mehr an Boden gewinnen und die Sittlichkeit des Volkes völlig zerstören werden. Das Synhedrion jedoch verfuhr milde, wenn man diese Strafen mit dem Eingreifen Einzelner in das Recht des Gerichtshofes vergleicht. Die Mischna Sanhedrin X, 6 berichtet nämlich, הבועל ארמית קנאים פוגעים בו, dass die Zeloten Denjenigen, der mit einer Nichtjüdin Unzucht trieb, tödteten1 2 3). Die Häupter des Volkes billigten wohl das Verfahren der Eiferer nicht, wie wir es in einem ausdrücklichen Berichte4) über die Zeit der Zeloten erzählt finden, dass das Synhedrion das Einschreiten des Eiferers Pinclias in Numeri XXV, als er den Mann, der mit einer Midjaniterin Unzucht trieb, tödtete, nicht guthiess, es aber doch geschehen liess, weil der göttliche Geist Pinchas antrieb. A us der ganzen Beweisführung, die uns zur Beleuchtung eines nicht streng zur Sache gehörigen Punktes veranlasste, ist 1) Gractz, Geschichte III, N. 26; Lerner im Magazin f. d. Wissenscliaft des Judenthums X, 141. 2) Beachtenswert!! ist es, dass R. Elieser b. Jacob in den wenigen agadischen Aussprüchen, die sich von ihm erhalten haben, die ethische Strenge in der Auffassung des ehelichen Lebens bekundet; in b. Jebamoth 37 b. beweist er aus Leviticus XIX, 29, dass die geschlechtlichen Verirrungen die schlimmsten Inceste zur Folge haben können. Vgl. Bacher, Agada der Tannaiten I, 70. 3) Vgl. Geiger in seiner Zeitschrift V, 108. Sifre zu Numeri XXV, 7. Vgl. b. Abo da sara 36 b. 10*

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