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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1894-01-01 · Heft 4 · p. Seite 146

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
38 (1893-1894)
Issue
Heft 4
Article
R. Eleasar ben R. Simeon al römischer Befehlshaber
Date
1894-01-01
Page
Seite 146 (sequence 2)
Language
German
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146 Die Bedeutung von עריות. Diese Auffassung des Yerses Leviticus XVIII, 21 finden wir im Famen ß, Ismaels im Sifra zur Stelle in dem Abschnitte, der bekanntlich nicht, wie der Sifra selbst, der Schule Akibas, sondern ß, Ismael angehört1). Dieser betont daselbst die ausserordentliche Wichtigkeit und Bedeutung des Thoraab- Schnittes und B. Jehuda I bemerkt, dass Gott es voraussah, wie die Israeliten Unzucht treiben werden, weshalb er diese Verbote mit vollem Fachdrucke, mit Beifügung seines Famens betonte. Die vorausgesehenen Fälle von Unzucht sind Fumeri XI, 10 (vgl. Sifre z. St.) und Maleachi II, 11 וכעל בר אל נכר, wo der eheliche Umgang mit Nichtjüdinnen dem Volke vorgeworfen wird. B. Ismael hält an der oben genannten Deutung von Leviticus XVIII, 21 so fest, dass er dieselbe als die eigentliche betrachtet und in Sifre zu Deuteron. xviii, 10 sagt: מעביר בנו או בתו באש 1ה הבועל ארמית ומעמיד בן אויב למקום עונש שמענו אזהרה לא שמענו תי׳ל לא ימצא בר, als ob der Vers selbst so lautete2). Es fragt sich nun, welche Strafe das Synhedrion über die Uebertreter dieses neuen Verbotes verhängte; denn war die von B. Ismael vertretene Auffassung die allgemeine, so musste als Strafe die beim Molochdienste genannte auch über Denjenigen verhängt werden, der mit einer Nichtjüdin ehelichen. Umgang pflog. Wie schon bemerkt, haben wir zwei verschiedene Stellen betreffs des Molochdienstes: Leviticus XVIII, 21 und XX, 4; da, wie wir aus dem Targum Pseudo-Jonathan sahen, nur die erstere Stelle auf den Beischlaf der Nichtjüdin gedeutet wurde, — womit allerdings die Bemerkung E. Ismaels im Sifre zu Deuteron. XVIII, 10 im Widerspruche steht, — die von einer Strafe überhaupt nichts besagt, so wäre das Vergehen nur als ein לא תעשה betrachtet worden. Dagegen sprechen die beiden paraphrastisehen Targume zu Numeri xxxi, 50 in den Worten: לא נמות במיתותא רמייתין בה רשיעיא לעלמא האתי von den! Tode im Jenseits als der Strafe der Un- 0 Siehe Iloffmann, Einleitung in die halachischen Midrasc liim Seite 29 und Weiss im Sifra z. St. 2) Dass in dem Aussprüche R. Ismaels הבועל and nicht הנושא zu lesen ist, 8ehen wir aus der Baraitha in b. Sabbat 64 a. ,תנא דכי רבי ישמעאל מפני מה הצריכו ישראל שבאותו הדור כפרה מפני שונו עיניהם מן הערוד., wo sie schon wegen des blossen Anblickes bei der Plünderung der Midjaniterinnen als der Sühne bedürftig erachtet werden. Dasselbe drücken auch die beiden paraphrastischen Targume zu Numeri XXXI, 59 aus, die sich nur darin von einander unterscheiden, dass Pseudo-Jonathan mit R. Ismael völlig übereinstimmt, während das jerus. Targum noch ולא אתיחד חד מינן בהדא מנהון hinzufügt, eine mildere Anschauung vertretend; siehe b. Aboda sara 35 a, 29 b.

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