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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1893-01-01 · Heft 3 · p. Seite 134

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
38 (1893-1894)
Issue
Heft 3
Article
[Rezension]
Date
1893-01-01
Page
Seite 134 (sequence 2)
Language
German
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134 Besprechung. Neugriechische und Russische dargethan, und endlich wird eine Reihe von holländischen, französischen, italienischen und deutschen Wörtern angeführt, die auf die Bibel zuriickgehen, so frz. charnel, racaille, gene, calice, cidre, vermeil, tolle, ladre: it. lazzarono; ho LI. kermis und die vielen geflügelten Worte aus der LutherTschen Bibelübersetzung. Nun folgt eine längere sprachlich wie culturhistorisch gleich interessante Auslassung über die Umdeutung biblischer Worte speciell Eigennamen in der rabbinischen, syrischen nud arabischen Literatur. Zu der Seite 22 ff gegebenen reichlichen Auswahl von haggadisch gedeutete Eigennamen hätte Grünbaum auch auf die mannigfachen Deutungen von אפנת (s. Revue des Efcudes juives XXII, 87 ff) hin weisen können. Weiter folgt eine längere Betrachtung über das Streben nach symmetrischer Paarung das sich schon im parallelismus membrorum in der biblischen Poesie äussert und in der rabbinischen Literatur besonders ausgebildet ist Zu der aus Moed Katon 9 b angeführten Stelle, wonach diese Welt אושפץא ein Wirthshaus, genannt ist, findet sich eine interessante Parallel bei Horaz Serm. I, 118—119 exacto contentus tempore vita cedat uti conviva satur. So Hessen sich noch manche interessante Parallelen aus der classisclieii Poesie anführen, doch würde dies allerdings ja über den Rahmen des Buches hinausgehen. Die Charakteristik des משל (S. 37 ff) in den verschiedenen semitischen Literaturen enthält eine Fülle von interessanten philologischen und literarhistorischen Einzelheiten, es würde hier zu weit führen, all* diese Erscheinungen des rabbinischen und arabischen Geisteslebens aufzuführen, man lese deshalb selber die ganze Einleitung, und man wird da eine Fülle von Anregung und Belehrung erhalten. Auch der Stil Grünbaums in der Einleitung ist nicht ohne poetischen Schwung, wie dies auch schon in seinen früheren Auf- Sätzen hervorgetreten ist. In den späteren Partien des Buches wird der Stil etwas breit, doch das thut dem wissenschaftlichen Werthe desselben keinen Abbruch Auf die Einleitung folgt eine der Chronologie der Bibel folgende Beschreibung der Sagen über die Hauptpersönlichkeiten der jüdischen Geschichte in der rabbinischen, syrischen und arabischen Literatur. Von der rabbinischen Literatur 'kommen liier die Midraschim in erster Linie in Betracht, während der Talmud zurücktritt. Mit einer erstaunliehen Belesenheit wird das ganze Gebiet der Midraschim verarbeitet und die einzelnen betreffenden Sagen ausgezogen, die dann mit den entsprechenden Sagen bei den syrischen und arabischen Autoren verglichen werden. Sowohl die arabischen Korancommentatoren, wie die Geschichtsschreiber, Geographen und Lexikographen werden herangezogen, sodann wird genau bestimmt, was aus jüdischen Quellen stammt, was altarabische Tradition ist, und was wieder in jüngeren Midraschim wie in den פרקי ר' אליעזר aus arabischen Quellen geschöpft ist. Dass das Werk שבט מוסר (S. 127—128) ans dem Arabischen übersetzt ist, geht meines Erachtens auch daraus hervor, dass der Autor R. Eliah Hakohen die Erzählung mit den Worten אמרו einleitet, denn das ist die Uebersetzung von קאלוא. wie die arabischen Historiographen sich ausdrücken, wenn sie ohne besondere Nennung eines Gewährsmannes citiren. Grünhaum führt aus, wie manche Gestalten in der jüdischen Literatur ausführlicher und bei den Arabern nur flüchtig behandelt worden, wie wiederum umgekehrt die Araber manchen biblischen Personen mehr Aufmerksamkeit zuwenden, als es in der jüdischen Literatur der Eall ist, und wie endlich das Charakterbild eines und desselben Mannes in den beiden Literaturen sehr verschieden gezeichnet ist. Dies tritt be-

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