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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1893-01-01 · Heft 3 · p. Seite 133

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
38 (1893-1894)
Issue
Heft 3
Article
[Rezension]
Date
1893-01-01
Page
Seite 133 (sequence 1)
Language
German
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Besprechung. Neue Beiträge zur semitischen Sagenkunde. Von Max Grünbaum. Leiden. E. J. Brill. 29L SS. 8 1893. In unserer Zeit begegnet man in der Wissenschaft leider immer seltener Männern, die sich nicht in Specialstudien verlieren und den Blick auf das grosse Ganze sich erhalten. Selbst innerhalb einer und derselben Sparte bricht sich das Specialstudium immer mehr Bahn, es gieht schon bald keine Orientalisten mehr, sondern höchstens Hebraisten, Arabisten, Assyriologen, und wenn es so weiter geht, in 20 Jahren nur mehr Sabäisten, Sumeriologen, Nabatäisten. Da berührt es angenehm und befriedigend, einem Manne zu begegnen, der, noch aus der alten Schule stammend, das gesammte ausgedehnte Gebiet der semitischen wie der classiscben und modernen Sprachen und Literaturen in erstaunend vielseitiger Weise umspannt. Ein solcher Mann ist der Verfasser des obengenannten Buches, der trotz seines hohen Alters und seines leidenden Zustandes in voller Frische des Geistes ein Werk herausgegeben hat, das sich seinen in der Z. D. M. G. erschienenen zahlreichen Aufsätzen und seiner jüdischdeutschen Chrestomathie würdig anreiht. Grünbaum ist im Koran und Ilariri so zu Hause wie in der Bibel, im Talmud und im Midrasch, er kennt Hafis und Alcharisi so genau wie Homer, Horaz und Goethe, Byron und Shakespeare sind ihm geläufig, wie Cervantes und Dante. Auch in dem vorliegenden Werke hat er Zeugniss abgelegt von seiner ausgedehnten Kenntniss der rabbinischen, arabischen und syrischen, sowie der Moriscos-Literatur, während er in der Einleitung auch seine Vertrautheit mit der deutschen classiscben Literatur bekundet. In einer hoffentlich bald erscheinenden jüdischspanischen Chrestomathie wird er auch seine grosse Kenntniss auf diesem noch so wenig angebauten Felde der Wissenschaft zeigen. In der Einleitung wird ausgehend von Heine’s Versen im Romaneero die nachbiblische jüdische Literatur charakterisirt, welchen Einfluss die Bibel auf die Sprache und das ganze Geistesleben der Juden geübt habe, wie sich die gleiche Erscheinung mit dem Koran bei den Arabern verfolgen lasse und wie schliesslich diese beiden Literaturen Wechselseifige Beziehungen auf einander ausübten. Aus der Fülle des Gebotenen will ich besonders heiworheben: die Abhandlung über den Einfluss einer Reh gio ns urkunde auf Sprache und Literatur eines Volkes S. 11 ff. Hier wird zunächst auf den Einfluss des Koran auf die arabische Sprache nud Literatur hingewiesen, und wie sich dann dieser Einfluss auch auf das Persische, Türkische und Hindustani erstreckt habe. An dieser Stelle hätte es nahe gelegen, auch auf das Jüdisch-Deutsche zu kommen, wo wie in jenen Sprachen das arabische, hier das hebräische Zeitwort durch das entsprechende hebräische Hauptwort verbunden mit dem Verbum ,,machen“ wiedergegeben werden muss, z. B. קידוש machen, הבדלה machen, ערוב תבשילין machen, ברבה machen u. s. w. vVeiterhin wird der Einfluss der Bibel auf das Lateinische,

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