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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1893-01-01 · Heft 3 · p. Seite 123

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
38 (1893-1894)
Issue
Heft 3
Article
Zur Geschichte der Ordination
Date
1893-01-01
Page
Seite 123 (sequence 2)
Language
German
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Zur Geschichte der Ordination, 123 (Sanh. 19c) dafür: מינוך מן השמים. In Babylonien, ־wo die Institution selbst nicht existirte, behielt man den alten Namen für sie bei und das Substantiv lautete aramäisch סמיכלתא, Das wusste man in Palästina sehr gut und bemerkte (j.Sanh. 19 a): תמן קריי למינויה סמיכותא. Dass in älterer Zeit auch in Palästina der Ausdruck סמך gebraucht wurde, ist eigentlich selbstverstündlich, da er nach Babylonien doch nur aus dem heiligen Lande gabracht worden war. In der Mischna findet er sich nur Sanhedrin iv, היו צריכים(הוצרכו,צרכו) לסמוך סומכין מן הראשונה. Ib. I, 3 findet sich סמיכת וקנים, jedoch im Sinne der Vorschrift in Lev. 4, 15. Die Tosefta (Sanh. I, 1), welche vielleicht die ursprüngliche Gestalt dieser Halacha bietet, hat vor סמיכת חוקנים בשלשה auch סמיכה כשלשה und unter letzterer ist, wie Jochanan (b. Sanhedrin 13b) erklärt, die Ordination (מ יסמך סבי) zu verstehen1). Auch in der Erzählung Bab’s von der rettenden That Jehuda b. Baba’s (Sanh. 14a oben) ist der Ausdruck סמך für das Ordiniren der Schüler Akibas ge־־ braucht; leider findet sich keine palästinensische Parallele zu dieser Erzählung. W enn סמך für ordiniren, weihendem alten palästinensischen Sprachgebrauche angehört, dann ist auch kein Zweifel darüber möglich, dass die Ordination in früherer Zeit durch Handauf legen geschehen ist. Der Lehrer weihte den Schüler (בראשונה כל אחר ואחד ממנה את תלמידו j. Sanh. 19a), sowie Moses den Josua geweiht hat (Num. 17, 23), und dem betreffenden biblischen Berichte ist wohl auch der Ausdruck סמך selbst entnommen. Das Verhältniss zwischen Moses und Josua bildete ja gewisserinaassen das klassische Vorbild des zwischen Lehrer und Schüler obwaltenden Verhältnisses, stehen doch Beide auch an der Spitze der Traditionskette, wie sie vom ersten Empfänger der Thora bis zu ihrem jüngsten Tradenten hergestellt wurde (Aboth I). Es ist nun die Frage: wann und 1) Im paläst. Talrn., Sank. 19 a, wird dieBaraitha so citirt: תני הסמיכות בשלשה und dazu gefragt: לא סמיכה הוא סמיכות. Es scheint also auch hier die Baraitha aus zwei Gliedern bestanden zu haben: הסמיכה בשלשה והסמיכות בשלשה. Dadurch erklärt sich die Frage, nicht aber, wie Levy III, 545b unt. angiebt, durch Beziehung auf die Mischna (״Weshalb setzt also der Autor derBorajtha סמיכות anstatt סמיכה in d. Mischna?“)» denn in dieser ist von der Ordination gar nickt-die Kede. Im Tossefta-Text ist das Wort וקנים vielleicht erst hinterdrein aufgenommen worden und es war in ihm — wie das für die ergänzte Baraitha im pal. Talmud angenommen werden muss — סמיכה als das Handauflegen der Aeltesten beim Opfer von סמיכות, der Ordination nur durch die Endung unterschieden.

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