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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1893-01-01 · Heft 3 · p. Seite 120

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
38 (1893-1894)
Issue
Heft 3
Article
Das allmähliche Überhandnehmen der matres lectionis im Bibeltexte
Date
1893-01-01
Page
Seite 120 (sequence 4)
Language
German
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120 Ueberhandnehmen der matres lectionis im Bibeltexte. nach welcher es in Jerusalem zur Zeit des zweiten Staats״ lebens sogar ständige Oorrectoren gegeben haben soll, deren Aufgabe es war, aber die Correctheit aller angefertigten Ah״ schritten der heil. Bücher zu wachen. Diese Beamten erhielten ihre Besoldung nicht etwa aus den für die Reparatur schad״ hafter Stellen des Tempels bestimmten Geldern (מעלת בדק הבית), oder etwa aus den Ueberresten des Tempelschatzes (שירי תרומת הלשכה), die zu Communalbedürfnissen, wie Bauten, Wasserleitungen verwendet zu werden pflegten, sondern aus der תרומת הלשכה selbst, also aus dem Tempelschatze, der zur Bestreitung der Gemeindeopfer gedient hat-1). 1) Kethuboth. 106a. Die stelle lautet: מגידי ספרים שבירושלים דדו גוטלין שברן מתרומת דלשכה, wozuBaschi bemerkt: מגידי ספרים של כל אדם ואדם,,שאסור להשהות ספר שאינו מוגזת משום אל תשכן באוהליך עולה וראו ב״ד שהיו מתעצלין בדבר והפקירו תרומת הלשכה לכך* Wonach diese Beamten corrigirt haben, erhellt aus den Parallelstellen. In jer. Schekalim IV, 3 (S. 48a ed. Kxotoschin) heisst es: ,,מגיהי ספר העזרה נוטלין שכרן מתרומת הלשכה" Diese Lesart findet sich auch in Num. rab., sect. 11,3 (S 85 a). Da es ein Absurdum wäre, anzunehmen, dass das im Tempel befindliche Exemplar fortwährend der Correctur bedurfte, so kann unter מגיהי ספרי העזרה nicht gemeint sein ״die Correctoren der heil. Bücher des Tempels,“ sondern die Correctoren nach dem Tempel-Exemplare, wie es auch der Yerf. des Mathnoth. Xeliuna zur genannten Stelle in Num. rab. erklärt. Eine ganz wunderliche Lesart dieser Stelle findet sich in derjenigen Eecension des jer. Schekalim, die für gewöhnlich dem babyl. Talmud, der der Gemara za diesem Tractate entbehrt, beigedruckt ist. Da heisst es nämlich: מגיהי ספר עורא גומלין שכרן מתרומת הלשכה. Dass wir es hier mit einem Schreibfehler zu thnn haben, ist ganz offenbar. Es verhält sich, damit, wie mit der auch für unseren Gegenstand wichtigen Mischna in Moed Katon (18b unten), wo es heisst: ״אין בותבין טפרים חפלין ומזוזות במועד ואין מגידדן אות אחת אפילו בספר עזרא", wozu Baschi Folgendes bemerkt: ״אפילו בספר עזרא, ם״ת של עזרא; ואני שמעתי עזרה בה׳ ופירוש ספר מוגה היה בעזרה שממנו היו מגיהים כל ספרי גולה׳/ Es sei mir gestattet, hier noch zu erwähnen, dass Sehorr im He- Chaluz, III (Lemberg 1856), S. 94, die Behauptung aufstellt, dass es während der talmudischen Periode in den Lehrhäusern Gelehrte gegeben habe, denen die Aufsicht über die correcte Schreibung der Plena und Defectiva oblag, und die den Namen Soferim geführt haben sollen, wie ר׳ הונא ספרא, ירמיה ספרא• Er belegt diese seine Behauptung mit der einen Stelle in jer. Sabbath IX, 2 (S. 12a oben, ed. Krotoschin): אישתאלת לרב הונא ספרא דסדרא וכד♦ Schon* hätte hier eigentlich ר׳ גחמן כר יצחק nennen können, von dem, wie von keinem anderen der alten Lehrer, eine verhältnissmässig grosse Anzahl von Angaben über die Schreibung von Bibelwörtern überliefert sind, welche Angaben sogar stets mit dem M. T. übereinstimmen. Einige dieser Angaben findet man bei E. Jesaja Berlin im הפלאה שבערכין aufgezählt, (Artikel מאה). Jedoch würde auch dies ebenso wenig beweisen, wie die Stelle, auf die sich Sehorr stützt.

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