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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1893-01-01 · Heft 3 · p. Seite 105

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
38 (1893-1894)
Issue
Heft 3
Article
Das letzte Passahmahl Jesu und der Tag seines Todes
Date
1893-01-01
Page
Seite 105 (sequence 9)
Language
German
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Das letzte Passahmahl Jesu und der Tag seines Todes. 105 Ansicht vertraten. Dass aber bei den in dieser Streitfrage genannten Personen keine laere Auffassung des Sabbaths zu Grunde lag, bedarf wohl keiner weiteren Erörterung. Trotz der Schwierigkeiten, welche der Text in den beiden Talmuden bietet, hält aber auch Herr Chwolson an der Historicität der Tkatsache fest, dass Hillel in der Frage פסח דוהה שבת in hervorragender Weise Stellung genommen habe. Herr Chwolson meint sogar, dass die Entscheidung Hilleis eine Neuerung gewesen, ־welche gegen alle bisherige Gewöhn״ heit war, und auf den heftigen• Widerspruch der herrschenden Priester stossen musste. Er meint ferner, dass eine solche Heuerung gegen den Willen der Priester, welche im Tempel die Herrschaft hatten und sich in ihre Angelegenheiten von einem babylonischen Laien nicht so leicht hineinreden liessen, auch nicht in der Praxis durchzuführen war. TJnd darin stimmen auch wir Herrn Chwolson vollständig bei. Es ist ihm auch darin zuzustimmen, dass es undenkbar sei, dass das Volk der Jaden, das in. religiösen Dingen mit ausserordentlieber Zähigkeit am Hergebrachten festhält, sich auf den Aussprucli einer, wie es scheint, bis dahin unbekannten Autorität hin ohne Weiteres entschlossen haben könnte, eine Handlung zu vollziehen, die ־bis dahin allgemein für eine vielfache Ent״ weihung des Sabbaths gehalten wurde. Auch darin stimme ich Herrn Chwolson zu, dass ein so glänzender Sieg eines der ersten Koryphäen des Rabbinismus über den Sadducäismus, desseu These angeblich allgemeine Horm wurde, doch auch später in den rabbinischen Kreisen mehr bekannt und vielleicht sogar durch einen Gedenktag gefeiert worden wäre. Aber die Consequenz, die ich aus diesen Sätzen ziehen zu müssen glaube, ist eine ganz andere, als die des Herrn Chwolson. Ich behaupte nämlich, dass Hillel thatsächlich keinerlei Sieg über die herrschenden Priester und über die Sadclucäer errungen habe, und zwar aus dem einfachen Grunde, weil er mit seiner These mit ihnen überhaupt keinen Kampf zu bestehen hatte, weil er mit seiner These der gerade in den priesterlichen Kreisen seit alter Zeit herrsehenden Meinung und TJebuug Geltung verschaffte. Gerade vom specifisch sadducäischen Standpunkte war kein Grund für eine Verweigerung des Passahopfers am Sabbath vorhanden. Giebt doch der Wortlaut der Schrift deutlich genug nur den 14. als den einzigen Termin dafür an, und zwar ohne an eine Ausnahme denken zu lassen. Ebenso wenig wie die Sadducäer nach dem Stillschweigen der Quellen

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