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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1893-01-01 · Heft 2 · p. Seite 92

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
38 (1893-1894)
Issue
Heft 2
Article
Eine Blutbeschuldigung um 1654 in Grosspolen und Jakob b. Naftali aus Gnesen als Sendbote zum Papste nach Rom
Date
1893-01-01
Page
Seite 92 (sequence 4)
Language
German
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92 Eine Blntbesckuldigung um 1654. b. Naftali’s auf die Verheerungen und Opfer von Nemirow und von dem. Rabbiner von Gnesen, ß. Chanoch b. Abraham1), auf die Verfolgungen in allen Theilen Polens. Jakob b. Naftali war auch nicht zum ersten Male in Italien In demselben Jahre, da sein Buch die Presse von Amsterdam verlassen hatte, sehen wir ihn in Venedig, wo er dem ersten Geschichtsschreiber der Drangsale in Polen, ß. Nathan Nata ben Mose Hannover aus Zaslav nächst ©strogh bei der Correctur seines historischen Berichtes 2) behülflich war. Um die Zeit des Wocken־ festes war Jakob 1654 auf seiner Wanderung zum Papste nach Venedig gekommen. Wie theuer, wie schwer errungen mögen die Empfehlungsschreiben gewesen sein, mit denen man ihn sicherlich bereits für die ersten Schritte in dieser ebenso wichtigen als schwierigen Sache daheim ausgestattet haben wird! Es wäre so lehrreich gewesen, einen Blick in den Tornister des kühnen. Wanderers zu werfen, wir müssen uns aber mit der Kunde begnügen, ihn in Venedig angelangt zu wissen,. Hier war er rastlos thätig, den Erfolg seiner Sendung in Rom vorzubereiten, die Materialien hervorsuchen zu lassen, auf die er dort sich berufen konnte, die haufenweise zur Verfügung stehenden Palle grundloser Blutbeschuldigungen und des wirkungsvollen Schutzes der Juden von Seiten weltlicher und geistlicher Behörden durch Kaiser und durch Päpste. East ein halbes Jahr war über dieser Arbeit vergangen, das Hüttenfest des Jahres 5415 (1654) war gekommen, die Mittel, mit denen man den Sendboten in der Heimat versehen hatte, waren erschöpft, als Mose Zacuto seinen Schütz־ ling mit neuen Empfehlungen für die Römerfahrt ausstattete. Mittlerweile war am 5. Januar 1655 Papst Innocenz X. in Rom gestorben. Es galt die Wahl des Nachfolgers abzuwarten, wenn Jakob damals wirklich schon bis Rom gekommen war. Erst am 7. April 1655 ging Pabio Chigi, der sich als Papst Alexander VII. nannte, aus den Wahlkämpfen im Conclave als Sieger hervor. Aber Jakob b. Naftali haben wir seither aus den Augen verloren. Wir können nur vermuthen, dass seine Sendung von Erfolg begleitet war. Denn am 9. Februar 1664 schreibt Giambattista de Martinis, der General der Dominicaner, wie Ganganelli überliefert3), an den Provinzial von Polen, dass die Geistlichkeit von allen Kanzeln das Volk zur Ab־ Streifung seiner wahnwitzigen Vorstellungen von dem Blutge- ג) Ib. 434. יון מצולה 9 —־. S. Kaufmann oben, 37. Jahrg., p. 272 ff. Am Schlüsse zeichnet Jacob als Corrector in einem Gedichte akrostichisch seinen Namen: יעקב בן מהר״ר נפתלי זצלה״ה מק״ק גגיזן הסמוכה לה״ר, פוונא. 3) Kevue des ctudes juivos a. a. 0.

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