Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1893-01-01 · Heft 2 · p. Seite 65

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
38 (1893-1894)
Issue
Heft 2
Article
Samareitikon und Septuaginta
Date
1893-01-01
Page
Seite 65 (sequence 17)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2829132-2829654-2829657-2878032--25353-2878060
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Saraareitikon und »Septuaginta. J35 clio deshalb in den späteren Hss., mit wenigen Ausnahmen, gänzlich weggelassen wurden. ’Von besonderer Wichtigkeit sind die aus dogmatischen Gründen vorgenommenen Aenderungen des ST., welche schon in den ältesten Zeiten Gegenstand der Controverse zwischen Juden und Samaritanern bildeten, und von Erstem! von Anfang an als Eäl schlingen erkannt und hin gestellt worden sind1 * * * V. * VII,). Dass solche Stellen von Juden nicht leicht übernommen werden konnten, ist. klar. So hat z. 13. der ST. Deut. 27, 4 für כהר עיכל, wo ein Altar gebaut, und geopfert werden, sollte, בהר גריזים mul das. 11. 30 nach אלון מורא (mt. אלון מרה) noch מול שכם-). Diese beiden Correcturen, welche den heiligen Berg und die heilige Stadt der Samaritaner verlierrliehen wollen, haben in einer jüdischen Uebersetzung selbstverständlich keine Aufnahme linden können, und die LXX. haben an erster Stelle £v opei EatßaX, an letzterer aber die Uebersetzung von מלל שכם nicht. Nun hat aber der ST. am Schlüsse des Dekalogs, sowohl Ex. 20, 17 als auch Deut. 5, 21, einen langen Zusatz, der nach Deut. 27, 2—8 u. das. 11, SO gemacht, die Erbauung eines Tempels auf dem Garizim als zehntes Gebot hinstellt und auch die beiden obenerwähnten Verse enthält. Dieser Zusatz lag aber dem Origenes, der ihn unter den Columnen bringt, in LXX.-Hss. vor, u. z. mit den oben erwähnten, unverkennbar samaritanischen Correcturen: ev 0[j£ 1 rccpcCsi[! und s^ogsvov tod 1]£%גזצ (also der Zusatz מול שכם). Die in dem umfangreichen Zusätze gleichsam eingewickelten sam. Fälschungen sind also hier nicht erkannt, und beide Zusätze mit Haut und Haaren, d. h. mit Garizim und mit Sichern, übernommen worden, selbstverständlich ans dem Samareitikon. Diese beiden plumpen Zusätze sind in den späteren LXX.־ Abschriften ebenfalls weggelassen worden. Dafür haben sich sein, Als man ihre Provenienz erkannte und die Parallelstellen, nach welchen sie gemacht wurden, auch in der LXX. fand, scheint 11:an diese Zusätze mit der LXX.-Uebersetzung der betreffenden Parallelstellen conform gemacht zu haben. Dafür spricht die Gleichheit der Sprache, ferner der Umstand, dass הערב » Ex. 8, 21 (17) vom Xa/r. הערב gelesen wurde (s. ob. S. 6), währenddem dasselbe Wort in dem Zusatze zu V. 23 (19) das. nicht v.opav.a, sondern, wie an den übrigen Stellen in der LXX., vrp 7.0v6(UD׳av übersetzt ist. 0 Vgl. Sifxe zu Deut. 11,30, K: Talm. Sotah 33h u. j. Talm. das VII, 3. 2) Vgl. Kohn, De Pent. Sam., S. 9—10־. ■Monatsschrift. 38. Jahrgang. Pj

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.