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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1893-01-01 · Heft 2 · p. Seite 61

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
38 (1893-1894)
Issue
Heft 2
Article
Samareitikon und Septuaginta
Date
1893-01-01
Page
Seite 61 (sequence 13)
Language
German
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Samareitikon lind Septuaginta. 61 jüngere, oder gar neu-hebräische an deren Stelle zu finden, ü eher all sucht er wirkliche, oder vermeintliche grammatische, oder Constructionsscdiwierigk eiten des MT. zu heben, wirkliche oder scheinbare Widersprüche und Lücken in demselben nach Parallelstellen, oder nach dem Zusammenhänge auszugleichen, bzw. auszufüllen, wozu noch aus dogmatischen Rücksichten gemachte Aenderungen und Zusätze kommen. Der ST. und der MT. zeigen nicht zwei verschiedene Abschriften eines Bnclies, sondern der ST. verhält sich zum MT., wie eine neue, sorgfältig durckgesehene Ausgabe zu einer älteren, welche nicht nur sachJich verbessert, hier freilich zumeist verschlimmbessert, sondern auch mit Bezug auf Sprache und Rechtschreibung modernisirt worden ist1). Als der ST. entstand, musste daher der MT. bereits vorhanden gewesen sein. Es ist aber geradezu undenkbar, dass die mit den palästinensischen Juden in regem Verkehre stehenden Juden in Alexandrien, als sie daran gingen, den. Pentateuch in\s Griechische zu übersetzen, nicht von dem älteren MT., sondern von dem jüngeren, corrigirten und stellen״ weise gefälschten ST. ausgegangen sein sollten, selbst wenn letzterer, was noch fraglich ist, zur Zeit schon Vorgelegen haben sollte. Dazu kommt, dass die ältesten jüdischen Quellen über die LXX. (Mechilta, jeruß. und bab. Talmud), welche die TJebersetzung derselben als eine auf göttlicher Eingebung beruhende kochhalten, dreizehn bzw. fünfzehn oder achtzehn Stellen aufzählen, an welchen die LXX. vom MT. abweichen. -) Wären in der damaligen Septuaginta bereits sämmtliche 1900 Stellen Vorgelegen, an welchen unsere einer viel späteren Zeit ungehörigen Hss. und die nach ihnen veranstalteten Ausgaben mit dem ST. gegen den MT. übereinstimmen: dann hätten diese jüdischen Quellen, selbst bei der oberflächlichsten Kenntniss dieser Uebersetzung, die Anzahl dieser, dazu noch einzeln angeführten Stellen, um so weniger so gering angeben können, als die .zahlreichen übrigen Abweichungen zumeist ungleich umfangreicher, bedeutsamer und auffallender sind. 1) Vgl. Gesenins, Be Pentat. Sam. origine etc.; Kircliheim, ברמ״ שומרון s 37—48; mein Be Pent. Sam. S. 6 flg., Piek, Horae Saraarit. in Bibi, saera 1877— 8: Greiger, Nachgelassene Schriften, IV., S. 54, flg. Trotz alledem behauptet noch Cornill (Eiul. in d. Alte Testam. S. 296), allerdings ohne jede Beweisführung, dass der ST. ,,eine vom MT. unabhängige Eecension des Textes aus der Zeit kurz nach dem defmitiven Abschlüsse desselben“ sei. 2) S. dieselben bei Frankel, Vorstudien, S. 25 flg.

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