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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1893-01-01 · Heft 2 · p. Seite 60

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
38 (1893-1894)
Issue
Heft 2
Article
Samareitikon und Septuaginta
Date
1893-01-01
Page
Seite 60 (sequence 12)
Language
German
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60 Samareitikon und Septuaginta. LXX. ein gedrungen, ln einigen haben sie die ursprüngliche Fassung gänzlich verdrängt (yA\XcQ od. Aiia exempl.), wählend sie in anderen nur als Eandglossen (Schob) e!־scheinen. Diese!Tatsache wirft ein helles Licht auf die mannigfach gedeutete, aber noch immer nicht erklärte Erscheinung, dass die von Juden angefertigte Septuaginta so häufig, nach einer Zählung Hassencamps an mehr denn 1900 Stellen, nicht mit dem massoretischen, sondern mit dem samaritanischen Bibeltexte übereinstimmt. Bei dem gegenwärtigen Stande der Septuagintafrage ist hierbei wohl kaum an die ursprüngliche Septuaginta zu denken, die wir offenbar überhaupt nicht mehr besitzen. Es bleibt aber immerhin auffallend, ja räthselhaft, dass die dem Origenes vorliegende Septuaginta! - Uebersetzung, sowie die späteren Bearbeitungen und zum Theii gewaltsamen Umgestaltungen derselben, die uns in den verschiedenen Hand- Schriften, bzw. Ausgaben als Septuaginta vorliegen, so häufig und in so bezeichnender Weise mit dem Sam. Texte des Pentateuch übereinstimmen. Auf die Schwierigkeiten, Lüi Wahrscheinlichkeiten, ja Enmöglichkeiten, welchen wir bei den diesbezüglichen älteren Erklärungsversuchen begegnen, kann hier nicht näher eingegangen werden 1). Hur darauf sei hingewiesen, dass auch die heute ziemlich allgemein acceptirte Annahme, nach welcher von den verschiedenen Becensionen des damals noch nicht fixirten Pentateuchtextes zwei einander auffallend ähnliche, oder gar ein specifisch ,,Alexandrinisch-samarit. Bibeltext״ die geineinsame Grundlage sowohl der sam. Bibel als auch der Septuaginta bilden, die Frage im besten Falle nur theilweise löst. Der sam. Pentateuch kann nämlich erst nach der Fixirung des massoret. Textes entstanden sein, denn er ist, wie sich aus der Vergleichung der ihm eigenthümlichen Lesearten mit den massoretischen* 2) klar ergiebt, eine planmässige und consequente Ueberarbeitung des letzteren, die überall, wenn auch oft ungeschickt, glätten, verbessern und ergänzen will. Wo sich im massoret. Text (dafür in der Folge: MT.) archaistische, oder irgendwie auffallende Schreibungen oder Wortbildungen finden, kann man mit Sicherheit darauf rechnen, im sam. Text (dafür in der Folge: ST.) allgemein übliche, ג) Vgl. hierüber Kolm, De Pen tat. Sam. etc. S. 4 u. S. 27 ־flg. 2) Diese Laa. sind zusammengestellt im VI. Bd. der Londoner Polyglotte und in Petermann, Versuch einer hehr. Formenlehre etc., S. 219—326.

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