Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 37 (1892-1893)
- Issue
- Heft 12
- Article
- Die ersten Emancipationsbestrebungen der Juden in Breslau
- Date
- 1893-01-01
- Page
- Seite 578 (sequence 14)
- Language
- German
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578 Emancipations-Bestrebungen in Breslau. um den Widersprach cler Brüderschaft unterdrücken zu können, den Erlass eines Gesetzes herbei. Dieser Wunsch wurde denn auch am 25. September 1798 durch die Verfügung des General- Directoriums erfüllt, und mit Einwilligung' Hoyms ging die Kammer, sobald es ihr möglich war, daran, dieselbe auch energisch durchz 11 führen. Dazu kam sie allerdings erst ein Jahr später, Ende 1799; aber sie betrieb die Angelegenheit dann mit um so grösserem Nachdruck und verlangte, dass die Vorsteher der Brüderschaft eidlich sich zur strengen Innehaltung des Gesetzes verpflichteten. Naturlieh erregte das Vorgehen der Kammer ungeheure Aufregung. Die Vorsteher der Gemeinde protestierten dagegen im Namen vieler, etwa 120, Gemeindemitglieder. Ebenso lebhaft beklagte sich die fromme Brüderschaft, dass man selbst nach dem Tode den Juden die ihnen hiernieden nicht vergönnten Rechte der Menschheit noch rauben wolle; die Vorsteher erklärten, dass sie lieber ihr Amt niederlegen, als den verlangten Eid leisten würden, und S. S. Pappen heim schickte, der früheren scharfen Abfertigungen nicht achtend, nochmals eine handschriftliche Verteidigungsschrift1) der frühen Beerdigung an die Kammer ein. Und nicht allein in Breslau suchte die fromme Partei mit aller Kraft ihre Stellung zu behaupten: aus ganz Schlesien ergoss sich eine förmliche Flut von Eingaben2), Bittgesuchen und Beschwerden über die Kammer. Doch alles war vergebens. Ruhig und bestimmt erklärten Hoym und die Kammer nach allen Seiten, dass das erlassene Gesetz durchgeführt werden müsse, und dass man keine Ausnahme machen könne. Für Breslau speciell wurde, um jeden weiteren Widerstand der Bruderschaft unmöglich zu machen, bestimmt, dass alle dass ein Mann, wie der Verfasser, der unverkennbare Anlage und Neigung zu Selbstdenken habe, nicht so glücklich gewesen sei, seinen Begriffen mehr Präcision und Wahrheit und seinen Ideen mehr logische Ordnung zu geben, und die Kammer wünsche ihm diesen wichtigen geistigen Erwerb für den Überrest seiner Lehenstage“. St־A, P-A, 1. c. נ) Dieselbe liegt den Akten im Staatsarchive hei. 2) Brieg war die einzige Stadt, in der die Gemeinde von Anfang an die frühe Beerdigung eingestellt hatte.