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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1893-01-01 · Heft 12 · p. Seite 579

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
37 (1892-1893)
Issue
Heft 12
Article
Die ersten Emancipationsbestrebungen der Juden in Breslau
Date
1893-01-01
Page
Seite 579 (sequence 15)
Language
German
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Emancipations-Bestrebungen in Breslau. 579 Todesfälle der Polizei an zuzeiten, jede Leiche sodann nach Yerlauf von 24 Stunden vom Arzte gemeinsam mit dem Stadtphysicus zu untersuchen und erst nach Ausstellung eines polizeilichen Erlaubnispasses zu bestatten sei. Die Mitglieder der neuen Beerdigungsgesellschaft waren von diesen Formalitäten mit Ausnahme der letzteren befreit. So hatten also auch hier die Aufklärer den Sieg errungen, so waren auch hier die alten Anschauungen beseitigt! Die Männer, die für die Aufklärung gerungen und gestritten hatten, konnten gerade hier das frohe Bewusstsein in sich empfinden, dass nicht nur während ihres Lebens, sondern auch bei und nach ihrem Tode noch seine Segnungen fortbestehen würden. Aber auch der Forscher kann mit Befriedigung und getrostem Vertrauen von der Betrachtung solcher Kämpfe sich zu der Gegenwart zurückwenden und frohgemut vorwärts blicken in die Zukunft. Hat er doch erfahren, dass da, wo in dem Flusse und in der fortschreitenden Bewegung, in der die Gesamtmenschlieft wie das Individuum sich stetig befindet, eine Stagnation einzutreten droht oder scheinbar eingetreten ist, sich sogleich auch die auslösenden Kräfte regen, die die schädliehen Elemente aufheb en und zu frischer Entwicklung weitertreiben. Es mag sein, dass diese Auslösung manches mit authebt, dessen Fortbestehen nicht gerade schädlich gewesen wäre, Aber das Gewitter, das nach glühender Trockenheit entstellt, richtet manchmal Schaden an, doch stets erquickt es und erfrischt und reift und zeitigt Früchte. Und noch ein anderes. Wenn so deutlich, wie aus den Verhältnissen, die wir geschildert, es klar wird, dass trotz aller Angriffe und Gegenbestrebungen das Wahre und Gute nicht unterliegt, sondern durchdringt und zum Siege gelangt, so darf der Forscher den! Pessimismus gegenüber noch immer unerschrocken behaupten, dass es sich immerhin lohne, für das Gute zu kämpfen. Das ist es auch was Kohelet (9,18) ungefähr meint: Ein Sünder schon vernichtet oft, was Weisheit gut geschaffen; Und dennoch ist sie besser noch als alle Kampfeswaffen! —

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