Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 37 (1892-1893)
- Issue
- Heft 12
- Article
- Über das Datum im Evangelium Matthai, 26, 17
- Date
- 1893-01-01
- Page
- Seite 554 (sequence 18)
- Language
- German
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554 U6k6r das Datum im Evangelium Matthäi 20, 17. wobei ich mich viel und mit grosser Liebe mit der Geschichte des Falles des Heidenthums und des Sieges des Christenthums, so wie auch mit der Geschichte der allmählichen Entwicklung des letztem beschäftigt hatte — also etwa vor 45 Jahren — habe ich eingesehen, dass ich mich zugleich, 11m zu einem richtigen Verständniss dieser Epoche zu gelangen, mit den Untersuchungen über die Entstehung und Formierung der neutestamentJiclien Schriften bekannt machen müsse. Seit dieser Zeit habe ich den wechselvollen Gang dieser Untersudrangen nicht aus den Augen gelassen und suchte mich mit ihnen, theils direct, theils indirect, d. h. aus ausführlichen Besprechungen in theologischen Zeitschriften, bekannt zu machen. Während der letzten Jahre habe ich mehrere Specialuntei suchungen über die Evangelien und die Apostelgeschichte gelesen und — was hier besonders zu beachten ist — 11 nmittelbar vor der Abfassung des ״Anhangs“ habe ich die ״Einleitungen“, welche Herr Prof H. Holtzraann seinen Commentarien zu den Evangelien und zu der Apostelgeschichte vorausgeschickt bat, mit grosser Aufmerksamkeit nicht einfach gelesen, sondern studiert. Hier giebt es nur eine Alternative: entweder sind diese Einleitungen des Herrn Prof. H. Holtzmann so unbrauchbar, dass selbst ein in solchen textkritischen Fragen nicht ungeübter alter Gelehrter aus ihnen nicht einmal die ,,einfachsten Ergebnisse aller Evangelienkritik“ kennen lernen konnte; oder: die angeführte Aeussernng Holtzmanns über mich enthält eine grobe U11- Wahrheit, um meine Abhandlung, welche so viele, für manche Theologen unangenehme Wahrheiten enthält, in Miss credit zu bringen. Das, was in der Evangelienkritik positiv und sicher ist, kenne ich ebenso gut, wie Herr Holtzmann; dass ich diese oder jene luftige Hypothese, die heute auftaucht und morgen sich als Seifenblase zeigt, nicht kenne oder unbeachtet gelassen habe, hat meiner Arbeit nichts geschadet. Ueber Evangelienkritik finden sich bei mir übrigens (p. 98) nur einige wenige Zeilen. Mag Herr Holtzmann mir nachweisen, was da 1111wahr oder unrichtig ist. Höchstens hätte ich ausdrücklich hin zufüge 11 sollen, dass in Mt, und in Luc., ausser der gemeinschaft-lieben Quelle aller drei Synoptiker, es noch eine Quelle giebt, welche nur von diesen beiden Evangelisten benutzt wurde. Indirect ist dies in den Worten ausgedrüekt, wo ich im Allgemeinen sage, dass die Berichte der Evangelien aus verschiedenen Quellen und verschiedenen Zeiten herstammen. Unzweifelhaft wahr ist der von mir dort ausgesprochene Satz,