Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 37 (1892-1893)
- Issue
- Heft 12
- Article
- Über das Datum im Evangelium Matthai, 26, 17
- Date
- 1893-01-01
- Page
- Seite 553 (sequence 17)
- Language
- German
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Ueber das Datum im Evangelium Matthäi 26,17. 553 gleichgültig sein, ob ich ein jüdischer oder ein christlicher Gelehrter sei. Meine Schrift enthält die Resultate des Gelehrten, der bei seinen wissenschaftlichen Untersuchungen, so zu sagen, confessionslos, d. h. völlig objectiv ist, oder wenigstens dies zu sein sich eitrigst bestrebt. St. Petersburg, 15./27. Mai 1893. N achtrag. Vor einigen Tagen erhielt ich das 1. Heft des theologischen Jahresberichtes (Bd. XII, 1893) und fand darin (p. 131) eine kurze Bemerkung von Herrn Prof. H. Holtzmann über meine Abhandlung. Er erwähnt dabei nur meine Conjectur zu Mt. 26,17, dann meine Aeusserung, dass spätere Abschreiber in den Evangelien der Synoptiker manchmal auf eigne Faust ״Schriftgelehrte“ in ״Pharisäer“ geändert haben mögen, und dann noch eine von mir, wenn auch in direct, gegen ihn hin־׳ geworfene Aeusserung, als ich ihm einen groben, fast beschämenden Irrthum 11 ach gewiesen hatte (p. 961). Von diesem Nachweis spricht er natürlich nicht; weder hat er denselben widerlegt, noch, seinen Irrthum eingestanden. Eines von Beiden hätte er than sollen; aber ein berühmter Com men tato r, dessen Commentare rasch hintereinander neue Auflagen erleben, hält das Eine einen! Nichtzünftigen gegenüber nicht für nöthig, und das Andere für unschicklich. Dass ich eine auf Sachkenntniss basierende neue Erklärung gegeben habe, warum Christus das Passamahl zu einer andern Zeit eingenommen hat als die Juden, ־welche am 14. das Prätorium nicht betreten wollten; dass ich ferner das räthselhafte oaßßaxov oeiycspö- ׳Hpwxov und den Namen ״der grosse Sabbat“ erklärt; dass ich endlich nachgewiesen habe, dass der Kern des Berichtes über die letzten Lebenslage Jesu höchst wahrscheinlich von Augen־■ zeugen herstammt: dieses Alles, das zu wissen, für die jungen und auch alten Leser seiner Commentare doch nützlich sein dürfte, liess er unerwähnt. Ich möchte wissen, welchen Nutzen so eine Anzeige bringt, wenn der wesentliche und jedenfalls beachtenswert.be Inhalt des angezeigten Buches unerwähnt bleibt? Dagegen hält er für gut, von seinem hohen Richter־־ Stuhle gegen mich zu bemerken, dass ich ״mit den einfachsten Ergebnissen aller Evangelienkritik“ nicht vertraut sei. Irgend einen Beweis dafür an zuführ eil hält natürlich der En-gros- Kritiker nicht für nöthig. Ich erlaube mir daher hier kurz Folgendes zu bemerken. Schon zur Zeit, als ich mein •Blich über die Sabier schrieb. 36 Monatsschrift. 37. Jahrgang.