Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 37 (1892-1893)
- Issue
- Heft 12
- Article
- Über das Datum im Evangelium Matthai, 26, 17
- Date
- 1893-01-01
- Page
- Seite 551 (sequence 15)
- Language
- German
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TJeber das Datum im Evangelium Matthäi 26, 17. 551 liehen Familien; den Nachweis, dass sie allein, und nicht die Pharisäer, bis gegen 50 n. Chr. den ausschlaggebenden Einfluss im Synhedrion, im Tempel und im öffentlichen religiösen Leben ausgeübt haben; die zwar nicht unbekannten, aber von uns neu beleuchteten rabbinischen Parallelen zu Matth. XXIII; ferner die ausführlichen, zum Th eil neuen, zum Theil neu beleuchteten Mittheilungen über das Yerhältniss der Juden zu den Judenchristen in Palästina während der ersten Christliehen Jahrhunderte, und auch, sonst manche Einzelheiten. Alle diese, wie ich denke, beachtenswerthen Punkte berührt Schürer weiter nicht, aber dieser Anhang dient ihm als ״ein. neuer Beleg dafür, wie schwer es auch einem nach 1111 bcfangenem Urtheil trachtenden jüdischen Gelehrten ist, die principielle Differenz zwischen Judenthum und Christen- 111 u 111 zu erfassen41. Ich glaube, dass es keinen einzigen Juden giebt — gleichviel ob gelehrt oder ungelehrt — der nicht die principielle Differenz zwischen J!ident hum und Christenthum ein sieht; ja, die meisten Juden halten diese Differenz für viel grösser, als sie wirklich ist. Aber von der Differenz zwischen Christen thum und Judenthum habe ich ja in meinem Anhänge kein Wort gesprochen; im ,,Anhänge‘4 wird nur von der Frage gehandelt, ob es einen principiellen Unterschied zwischen den Lei! 1011־ Jesu Christi bei den Synoptikern und denen der edleren und besseren Pharisäer, wie wir sie aus den besten rabbinischen Quellen kennen, gebe oder nicht? Welche Frage ich verneinend entschieden habe. Dieses ist doch aber etwas absolut Anderes als die Frage von der principiellen Differenz zwischen Christenthum und Judenthum überhaupt. Weder kann Scliürer be״ haupten, dass die Lehren Jesu nach den Synoptikern völlig identisch seien mit dem Christ entkam überhaupt, noch werde ich sagen, dass die der edleren und besseren Pharisäer völlig identisch seien mit dem Juden thum überhaupt. Wenn Herr Schürer gesagt hätte, dass jüdische Gelehrte unfähig wären, die principielle Differenz zwischen den Lehren Jesu bei den Synoptikern und denen der Pharisäer zu erfassen, hätte die Sache hier scheinbar noch einen. Sinn. Aber Herr Schürer hätte sich dabei die Frage vorlegen sollen: warum denn selbst den ״nach unbefangenem Urtheil trachtenden jüdischen Gelehrten‘4 diese garstige Unfähigkeit anhaftet? Eine, wie ich glaube, vollkommen genügende Antwort auf diese Frage könnte Herr Schürer in meiner Vorrede p. VII f. finden. Um zwei Objecte richtig mit einander vergleichen zu können, muss