Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 37 (1892-1893)
- Issue
- Heft 12
- Article
- Über das Datum im Evangelium Matthai, 26, 17
- Date
- 1893-01-01
- Page
- Seite 550 (sequence 14)
- Language
- German
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550 Ueber das Datum im Evangelium. Matthäi 26, 17. ״zwischen den beiden Abenden“, die Zeit der Abenddämme־ rung verstand, welche nicht nur die rabbinischen Juden, sondern auch die Samaritaner und die Karäer als zum Sabbat gehörend ansehen und sich zu dieser Zeit jeder an demselben verbotenen Arbeit enthalten (p. 43, Anm. 1; vgl. den Nachtrag zur St. p. 128, Col. 2). Wenn dies auch nicht der Fall wäre, könnte man während der Dämmerungszeit (l 1/3 — 11/2 Stunde) wohldieLämmer schlachten, aber keineswegs braten, was n ach Sonnenuntergang unbedingt verboten war. Wenn es also verboten war, das Passaopfer am Sabbat darzubringen,konnte es, um die Heiligkeit desselben nicht zu verletzen, auch am Freitag nicht geopfert werden. Warum findet nun Herr Schürer ״es als das XJebermass der U11- ־Wahrscheinlichkeit11, dass man am Freitag ,,nur wegen der Nähe des am Abend dieses Tages beginnenden Sabbats“ das Passalamm nicht opfern durfte? Schürer hat höchstwahr־ scheinlich meinen Nachweis nicht gelesen, dass die Nähe des Sabbats hier ein wirkliches und reelles Hinderniss war, und findet daher meine Annahme, dass man am Freitag ebensowenig das Passahunm opfern durfte, wie am Sabbat, als ״das Uebermass der Unwahrscheinlich keitlt. Nicht ganz analog, aber unserm Falle einigennassen ähnlich ist die noch jetzt bei. den Juden herrschende Vorschrift, dass ein auf einen Sabbat fallender Fasttag — mit Ausnahme des Versöhnungstages — wegen der Nähe des Sabbats, nicht auf den vorangehenden Freitag, sondern auf Donnerstag verlegt wird. Meiner Erklärung der Benennung ״der grosse Sabbat“ bei Job. 19, 31 scheint Schürer beizustimmen, dagegen findet er meine Erklärung von aaßßaxov osoxepoTcpowov (Luc. 6, 1) ״problematisch“. Dies begreife ich nicht recht; denn diese beiden Erklärungen hängen eng zusammen; sie sind also entweder beide richtig, oder alle beide falsch. Ich bin übrigens fest überzeugt, dass meine, auf fester historischer Grundlage basierende Erklärung des bisher noch von Niemandem erklärten aaßßaxov c0״T£pö71ptt)T0v allgemein für richtig befanden und angenommen werden wird. Ich kann vorläufig noch warten. Dem ״Anhang“ widmet Schürer nur einige wenige Zeilen und bemerkt am Schlüsse: ״Dies Alles ist ja nicht gerade neu“. Freilich konnte ich keine neuen Facta erfinden, aber meine Gruppierung und Beleuchtung der mehr oder minder bekannten Facta ist grösstenfheils neu. Auch dürften neutestamentliche Theologen Manches in diesem ״Anhang“ beachtenswerth finden, wie z. B. die Charakteristik der sadducäischen hohenpriester-