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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1893-01-01 · Heft 12 · p. Seite 547

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
37 (1892-1893)
Issue
Heft 12
Article
Über das Datum im Evangelium Matthai, 26, 17
Date
1893-01-01
Page
Seite 547 (sequence 11)
Language
German
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lieber das Datum im Evangelium Matthäi 26,17. 547 Passa-Opfer verdrängt den Sabbat,“ d. h. dasselbe dürfe an! Ronnabend dargeb facht werden, einer spätem Zeit angehört, und dass in alter Zeit der entgegengesetzte Grundsatz: שבת ״ ,דוחה את הפסהder Sabbat verdrängt das Passa-Opfer“, d. 11. dasselbe dürfe am Sabbat nicht dargebracht werden, die allgemein herrschende Norm war. Das Verdienst diese Thatsache, welche den Kern und die Basis meiner ganzen Untersuchung bildet (p. 20—31), zuerst nachgewiesen. zu haben, gehört nicht mir; denn schon vor länger als 50 Jahren hat der französische Akademiker Derenbourg behauptet und bewiesen, dass es in alter Zeit als unerlaubt galt, das Passalamm am Sabbat• darzubringen. Er hat auch, ebenso wie ich, diese Thatsache für die Erklärung der Berichte über die letzten Lebenstage Jesu verwerthet, was freilich von ihm auf eine unvollständige und ungenügende Weise geschehen ist (s. p. 31 ff.). Später stellten sich auch A. Geiger und Holdheim auf denselben Standpunkt und zogen aus dieser That- Sache verschiedene historische Folgerungen. Mein geringes Verdienst hei dieser, in den Augen der nicht strenggläubigen gelehrten Juden längst feststehenden Thatsache besteht darin, dass ich dieselbe viel ausführlicher und vielseitiger begründet habe, als meine Torgänger, ferner dass ich nachgewiesen habe, dass die Tradition, als ob schon Hillel (gegen 20. v. Ch.) die neue Norm siegreich verfochten und zur Geltung gebracht hätte, eine ziemlich späte Erdichtung und absolut unwahr sei. Also: Derenbourg, Geiger, Holdheim — ich wage es hinzufügen — und auch ich, — also vier jüdische Gelehrte, die sich von ihrer Kindheit an bis zum hohen Alter mit der Halachah beschäftigt haben — behaupten, die Sache sei erwiesen; Herr Schürer dagegen —, sonst ein sehr achtungswerther Gelehrter, aber in der Halachah ein ABC Schütze — behauptet: sie sei nicht erwiesen; ich überlasse es dem vorehrten Leser zu entscheiden, auf welcher Seite in dieser specifisch halachiscken Frage die Autorität grösser ist. Wenn übrigens der geneigte Leser meine Untersuchung dieser Frage etwas aufmerksamer als Herr Schürer lesen wird, wird er, abgesehen von aller Autorität, sich von selbst überzeugen, dass das Recht auf meiner Seite sei; denn Schürer hat die betreffende, allerdings etwas verwickelte, aber dennoch klar durchgefühlte Untersuchung offenbar nur ganz flüchtig (lurchgeblättert, wie ich dies gleich beweisen werde. Herr Schürer sagt nämlich: ,,Die Voraussetzung, dass zur Zeit Christi das Passagebot dem Sabbatgebot habe weichen

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