Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 37 (1892-1893)
- Issue
- Heft 12
- Article
- Über das Datum im Evangelium Matthai, 26, 17
- Date
- 1893-01-01
- Page
- Seite 546 (sequence 10)
- Language
- German
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546 TTeber das Datum im Evangelium Matthäi 26,17. keit dieser Conjeciur darzulegen. Es widerstrebt mir aber, mich in eine fernere Polemik mit Herrn Prof. Schürer einzulassen, da ich ihn als durchaus in compe teilt erachte, über die in meiner Schrift behandelten schwierigen Fragen zu urtheilen; denn zur Lösung derselben gehören doch mehr als elementare Kenntnisse der rabbinischen Literatur und des jüdischen religiösen Lebens. Kann Jemand, der mühsam und nicht fehlerlos einen Satz in der Anabasis oder in den Comm. des Julius Caesar zu übersetzen vermag und seine Kenntnisse des classischen Alterthums aus Handbüchern und secundären, oder gar tertiären Quellen geschöpft hat, schwierige und verwickelte Fragen der classischen Archäologie und Geschichte lösen? Ich denke aber, es giebt in Deutschland doch viele Gelehrte, welche nur die Wahrheit suchen, dieselbe da nehmen, wo sie sie finden, und sich gern von alten Irrthümern lossagen, sobald diese als solche nachgewiesen werden. Da aber viele dieser wahrlieitssuche.nden Gelehrten nicht seihst entscheiden können, ob ich nun, wie Schürer zu behaupten sich erlaubt, nur ein ״Kartenhaus1‘, oder einen ganz soliden Bau aufgeführt habe, entschliesse ich mich, Einiges über Schürers Einwendüngen gegen mich zu sagen. Die Einwendung Schürers, dass durch meine Conjectur zu Mt. 26,17 der Widerspruch zwischen Mr. 14,12 und Luc. 22,7 nicht beseitigt sei, klingt fast naiv. Weiss ich denn dies nicht, und bin ich denn mit Stillschweigen darüber hinweggegangen (s. p. 12)? Weiss es denn Schürer nicht, in welchem Zustande der Text der Evang. bis zum III. Jahrhundert sich befand, und wie oft dieselben untereinander — zuweilen sehr unglücklich — conformiert wurden? Dieses Alles weiss doch Schürer ganz bestimmt, und er hätte doch einen solchen Einwand gar nicht erheben sollen. Die Sache verhält sich sehr ein־ fach. Heidenchristen aus dem 2. oder 3. Jahrhundert haben die corrumpierte Stelle Mt. 26,17 vorgefunden. Da sie aber nicht merkten, dass dieselbe verderbt sei, haben sie den Ursprungliehen Text in Mc. und Luc. nach Mt. geändert und noch obendrein verschlechtert. Die so wichtige, bis jetzt noch ungelöste Frage, warum Christus nach dem Evangelium Johannis das Passamahl einen Tag früher verzehrt hat, als die Juden, welche das Prätorium nicht betreten wollen, um das Passamahl noch verzehren zu können, habe ich dadurch gelöst, indem ich bewiesen — ja, Herr S ch ürer ־— sonnenklar b e w lesen habe, d ass d er i 11 der Mischnah vertretene Grundsatz: ״ ,פפה דוחה את השבתdas