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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1893-01-01 · Heft 12 · p. Seite 542

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
37 (1892-1893)
Issue
Heft 12
Article
Über das Datum im Evangelium Matthai, 26, 17
Date
1893-01-01
Page
Seite 542 (sequence 6)
Language
German
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542 Heber das Datum im Evangelium Matthäi 26,17. von בראשון nicht., die nur von babylonischen Amoräerh des 3. und 4. Jahrhunderts vertreten wird. Wie dem aber auch sei, mag man irgend einen Grund dafür finden, den 14. den ersten des Festes der ungesäuerten Brote zu nennen, oder nicht, für alle Fälle wurde der 14. de facto niemals als solcher bezeichnet, und es fragt sich nun, warum der ursprüngliche Berichterstatter über die letzten Bebenstage Jesu, der höchst wahrscheinlich gegen 50 n. Ch. gelebt hat (vgl. meine Abhandl. p. 59 u. 66 f.fi und der mit den jüdischen Riten vertraut war und den jüdischen Sprachgebrauch sicher gebannt hat, eine Bezeichnung für den 14. gebraucht hat, deren gegen 1000 Jahre vor ihm und gegen 1900 Jahre nach ihm kein Jude sich je bedient bat, und die von den Juden, für welche er doch auch zunächst geschrieben hat, durchaus missverstanden werden musste? Warum bediente er sich dabei nicht der bei den Juden allgemein üblichen und von denselben allgemein verstandenen Bezeichnung für den 14״ wie z. B. ״ ,בארבעה עשר לחדש ניסןam 14. des Monats Nisan“ oder ״ ,בערב חג הפסחam Rüsttage des Passahfestesu oder aramäisch — in welchem Dialekte er wahrscheinlich geschrieben hat — ״ ביומא דטרובתא דחגא דפטידיאam Rüsttage des Festes der ungesäuerten Brote“? Diese Benennungen für den 14. waren von jeher die allgemein gebräuchlichen, und für jeden Juden verständlichen und lassen kein Missverständniss zu. Ich abstrahiere ganz davon, dass eine Hinrichtung am 1. Ostertage, sowohl nach der Apostelgeschichte 12, 3 ff., als auch nach den ganz sicheren Angaben in den rabbinischen Quellen (p. 7), unmöglich hat stattfinden können; ich abstrahiere ferner von dem Umstand, dass der Todestag Jesu, selbst nach den Berichten der Synoptiker, ״ein Tag des Verkehrs und der Arbeit war“, was auch in dem Commentar von Meyer- Weiss (zu Joh. 18, 28, p. 648, ed. 7) anerkannt wird1), immer״ נ) Jetzt ist noch das Fragment des Evang. Petri in Betracht zu nehmen, ־vvo ausdrücklich gesagt ist, dass Christus am Tage vor dem jiid. Osterfeste gekreuzigt ־wurde. Freilich sagen diejenigen, denen diese Angabe unbequem ist, dass die betreffende Stelle ein Einschiebsel sei. Yon diesem Büttel haben die alttestamentliehen Kritiker den allergrössten Gehranch — beinahe hätte ich ״Missbrauch“ gesagt — gemacht. Wenn, man aber jede Stelle eines alten Schriftstellers, die in das vorgefasste ,,System‘׳ nicht hineinpasst, für einen späteren Zusatz erklären wollte, so hörte die Wissenschaft auf, und die Willkür träte an deren. Stelle. Ich hin zwar überzeugt, dass kein einziges altes Schriftwerk in seiner ursprünglichen Gestalt auf uns gekommen ist. Aber zuerst kommen die überlieferten alten Texte, und dann kommt das System, nicht um ge-

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