Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 37 (1892-1893)
- Issue
- Heft 12
- Article
- Über das Datum im Evangelium Matthai, 26, 17
- Date
- 1893-01-01
- Page
- Seite 539 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2829132-2829640-2829653-2877976--25226-2877988- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Uebex das Datum im Evangelium Matthäi 26, 17. 539 und nicht vom 15. — 22. gedauert hat, wie dasselbe in der That zur Zeit des Josephus und bis auf den heutigen Ta־״ von allen ausserhalb Palästinas — und Josephus schrieb^ ja in Rom — wohnenden Juden facti sch gefeiert wurde und gefeiert wird? Hat denn dieser hochgelehrte Theologe, der über eine, ganz auf rabbinischer Gelehrsamkeit basierende Arbeit von mir so wegwerfend urtheilt, nichts gehört von dem DT טוב שני של גליות, d. 11. von dem Tag, den alle im Exile lebenden Juden — welche nicht wissen konnten, welchen Tag das Synhedrion in Jerusalem als Ke um 011 ästag erklärt hat — den vorgeschriebenen Festtagen hinzugefügt haben und noch jetzt hinzufügen? Da Josephus Arch. III, 10,5 ausdrücklich den 15. als den ersten und den 16. als den zweiten Tag des Festes der ungesäuerten Brote bezeichnet, so liegt es doch auf der Hand, dass das achttägige Fest, von dem derselbe Josephus spricht, am 15. beginnt und am 22. endigt, wie dies tha!sachlich der Fall ist. Aber Herr Schürer hat noch einen Strohhalm gefunden, an den er sich klammert, um jene ״angebliche“ chronologische Schwierigkeit ״befriedigend zu lösen“. Er hat nämlich in dem Büchlein von Olitzki (Flavins Jos. u. d. Halaeha — eine schöne Quölle für einen Theologen, der autoritativ in halachisch.cn Fragen mitsprech011 will, s. weiter unten) gefunden, dass ״das gesäuerte Brot schon am 14. RLsan vorboten war“. ״So war thatsächliehfügt Herr Schürer hinzu, ״schon der 14. Kisan der erste Tag der ga, während der Pentateuch erst den 15. als solchen bezeichnet.“ Das, was Herr Schürer aus der Schrift Olitzkiks anführt, steht wirklich darin, sogar mit Angabe der Quelle, nämlich Tabu. b. Tr. Pesachim, 5a, (richtiger Mischnah, Tr Pesachim, 1,4- und Talm. ib. fol. 4b und folg., die Hauptstelle ist jedoch ib. fol. 29b), aber wahr ist cs dennoch nicht; denn nur vom Mittage des 14. an ist es verboten., gesäuertes Brot zu essen, aber bis zum Mittage erlaubt. Dann hat Herr Schürer das vergessen, was ich (p. 5. ib. Anm. 1 und im Kachtrag z. St. p. 127, eoh 1) nachgewiesen habe, dass cs streng verboten war am 14. ungesäuertes Brot zu essen, ein Verbot, das auch die Samaritaner kennen und bis auf den heutigen Tag, ebenso wie die Juden, streng beobachten. Der 14. also, an dem bis Mittag gesäuertes Brot gegessen wurde und ungesäuertes nicht gegessen werden durfte, konnte daher unmöglich als ״der erste Tag der ungesäuerten Brote“ bezeichnet werden. 35: