Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 37 (1892-1893)
- Issue
- Heft 11
- Article
- Zur Erklärung schwieriger Stellen in Talmud und Midrasch
- Date
- 1893-01-01
- Page
- Seite 500 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 79% known words query
- IRI
…/2829132-2829640-2829652-2877904--25173-2877932- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
500 Zur Erklärung schwieriger Stellen im Talmud u. Midrasch. במשנה בלילה ובפתגמי אורייתא כשירד שפרפרא so müssen wir, da ודקריצין בלילה widersinnig ist, (mit der Morgenröthe aufstehend in der Nackt) דיתרופין (osoTspüxuv Mischnah) lesen für דקרין. Das Thargum Ecka 2, 19 drückt die Meinung Besch. Lakischs aus. Dem gegenüber sa gt e. Jociianan למדו תורה דאימטין, lernet die schriftliche Lehre (8ta[1.£17n:ov) abwechselnd (bei Tag oder bei Nacht). Nichtsdestoweniger gesteht R. Jochanan dem Resck Lakisch zu שאין רנה של תורה אלא בלילה, dass das Mischnahstudium hei Nacht statt haben soll, während die Rabbinen sagen: das Miscknastudium soll Tags und Nachts stattfinden. Deshalb haben die Weisen angeordnet, dass die, welche in der Mischnah unterrichten, in diesem ihrem Berufe bei Tage und bei Nacht sitzen. Sehr häufig kommt in den Talmuden das Wort ,אלתתיתא אלונתית vor, theils als Heilsalbe, theils als Heiltrank. Als Heilsalbe wird es erwähnt Jer. Sckabb. XIY f. 14c unten: סכין אלינתין לחולה בשבת; als Heiltrank in Babli Schabb. 140 a .אלונתית יין ישן ומים צלולין ואפרסמון דעבדי לבי מפותא למקד Ifohut erklärt das Wort mit oleunctus, Oelsalbe, das Wort oleunctus existirt aber nicht im Lateinischen. Unter אלונתית oder אליכתין haben wir vielmehr das griechische olvavthvov (olvov oder jmpov, auch eXatov) zu verstehen, und ist das Erzeugniss der Mischung der Oenantheblüthe mit verschiedenen Ingredientien: keissem Wasser,, altern Wein, Balsam und gewürzigen Oelen gemeint. Der Uebergang von נ in ל und umgekehrt, ist nichts Seltenes, wie לונכי und אלפי, oder נדכא und ללנא; olvdvxhj aber oder otvavxKc ist die Beere der vitis labrusca, der wilclen Rebe. Plinius im letzten Capitel des 12. Buches sagt davon: ״Ebendahin gehört auch die Oenanthe, das ist die Beere der vitis labrusca. Sie wird gesammelt, wenn sie in der Blüthe stellt, denn da hat sie den feinsten Duft.“ Und 14, 18 sagt er: ,,Das sogenannte Oenanthinum wird aus der labrusca, d. h. der wilden Rebe, gewonnen, indem man aus ihren Blumen zwei Pfund in einen CJadus Most ein weicht und nach dreissig Tagen wieder herausnimmt.£i Yorher wird angeführt, dass es zu Heilzwecken diente. Und 23, 14: ״Die Labrusca trägt die oft erwähnte Oenanthe . . .; die in Wasser gekochte und mit zwei Bechern koisclien Weines genommene ■Wurzel . . . wird den Wassersüchtigen gegeben.“ Und über die Oenanthesalbe sagt er 15, 7: ״Die Oenantkinumsalbe wird aus der Oenanthe selbst bereitet, wie beiden Salben schon gesagt worden. In das Mostöl wird bei gelindem Feuer Most eingekocht. Andre thun dies ohne