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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1893-01-01 · Heft 11 · p. Seite 490

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
37 (1892-1893)
Issue
Heft 11
Article
Über die Ursprünge und Grundformen der synagogalen Liturgie
Date
1893-01-01
Page
Seite 490 (sequence 2)
Language
German
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490 Ursprünge und Grundformen der synagogalen Liturgie. Ein aus altessenischer Tradition schöpfender Commentar zu einer verloren gegangenen Chassidäer-Mischnah — das ist unserer Ueberzeugung nach das den Elias-Namen tragende תנא דבי אליהו לבא und זוטא — erzählt Sutta, cap. 20: Die Hölle — also doch ursprünglich der lebend gedachte Höllenfürst (Leviathan, auf dessen Hörnern die Erde ruht) — spricht vor Gott: ,,Du hast die Heidensünder in meinen Schlund geworfen, so wirf auch Israel’s Sünder hinein, dass ich voll werde!11 ״Aber Du bist von Götzendienern schon voll,“ sagt Gott. Doch die Hölle spricht: ״Herr, hast Du nicht gesprochen: ,,"Weit auf ohne die Hölle ihren Mund, alle Bösewichter zu verschlingen§u Da trägt Gott Seine Lehre, die durch den Messias erneuerte, vor, und der Davidide Serubbabel verdolmetscht sie und schliesst mit der. Doxologie: ״Geheiligt werde der Name Gottes und sein Reich erstrecke sich von Welt zu Welt!“ Da antworten alle Frommen Amen! Geheiligt u. s. w. אמן יהא שמיד רבא מברך וכף, und aus der Tiefe der Hölle er- Hingt der Ruf in dumpfer Stimme: ״Amen!“ ״Woher,“ fragt Gott sodann, ״kommt der dumpfe Klang?“ Und wie die Engel sprechen: ״Auch Israel’s Frevler lassen, Deine Gerechtigkeit inmitten ihrer Qualen preisend — צדוק הדין —, ihr Amen mit einklingen“ — da übergieht Gott die Schlüssel zur Hölle den Engelsfürsten Michael und Gabriel, und sie führen die reuigen Frevler geheilt und gebadet und in lichten Gewändern vor Gott unter die Reihen der Frommen IsraeFs und der Heidenwelt, und Alle lobpreisen den Heiligen“. — Natürlich bezeichnet man dieses Büchlein als gar zu jung für ernstliche Berücksichtigung (s. Zunz G. V2 ״. AufL, 121 bis 125). Es gehört dem 12. Jahrhundert an. Und so ist denn auch die — anderswo, in Menor. ha-Maor und Mass. Kalla, dem Akiba beigelegte — hier, cap. 17, erzählte Ge״ schichte zu einem für’s Höllenfeuer Holz zusammentragenden Geist, der Rabbi Jochanan ben Sakkai begegnet sein und ihm seinen fünfjährigen Sohn zur Fürsorge anempfohlen haben soll, dass er ihn durch sein Studium der Lehre und seinen Aufruf zum Gemeindegebet mit dem Ruf: ברכו את יי המבורך aus dem bereits sechsjährigen Leiden erlöse, eben eine jener späten Mystikerlegenden, die gewiss das Alter, das sie mit dem Namen ben Sakkai’s oder Akiba’s beansprucht, nicht hat! Allein mit einem so oberflächlichen Nein ist die Sache doch nicht abgethan. Schon der Essener R. Simon ben Levi, der bis zur Mischnahzeit heranreicht, lehrt, dass das איש״ל, ans voller Kraft gesprochen, das Strafgericht breche und die Para״

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