Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 37 (1892-1893)
- Issue
- Heft 10
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1893-01-01
- Page
- Seite 487 (sequence 3)
- Language
- German
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Besprechungen. 487 ,בלוסד Sahb. 76b von Arucli als שאינה נקייה bezeichnet, und aus B. B. 58a ergiebt sich, dass אוצר בלום ein Keller ist, in dem sich allerlei Schmutz ansammelt, in dein alles Verdorbene und TJngeniessbare zurückbleibt. Die Mehrzahl אוצרות בלופים findet sich B. r. 28. ־ KnViut will es aus dem Persischen herleiten, fügt aber hinzu, dass es auch von ßhjio, ßkoaio kommen könnte. Bürst entscheidet sich für ßXüftw, ilberliiessen. Aber diese Bedeutung passt nicht für die erwähnten Talmud stellen. Es kommt offenbar von r;7}X0$ (Schlamm, Schmutz) her. 15. אליון, Daumen, erklärt Bürst nach Güdemanns Vorgang (Pesikta rabb. ed. Fried mann p. 203 b) als r[koc, (Nagel); es ist aber ein echt semitisches Wort. אליון kommt oft in den Targumim vor; im Ar ab. und Syr. lautet es אליה Es ist ebenso wie das biblische אליה, Bettschwanz, und das neuhebräische אליה, Ohrläppchen, von der Präposition אלי נאל (zu) abzuleiten, also eigentlich Zusatz,י Anwuchs. 16. Auch das nachfolgende אלימא ist semitisch und entspricht dem arabischen לומא wenn nicht. In der Stelle Bern. r. •18: מפני מה מי אזנים שמנים? שכשומע אדם שמועה קשה א ל י מ א תופשה ב א ז נ י ו מתקשרת ומת liest Bürst für die gesperrt gedruckten Worte: אכדמא תוססת באזניו ומתקשה und übersetzt: ״würde ein Eczem, ein Geschwür, aulgären in seinen Ohren und sich verhärten, woran er sterben müsste.“. Diese kühne Conjectur ist ganz überflüssig; denn unsere Stelle ist einfach und verständlich. Nur muss man nach מתקשרת das Wort מלבו ergänzen, das sich in der Quelle des Bern, r., im Tanchuma, hefindet. Es ist zu übersetzen: Sobald Jemand eine böse Nachricht hört, würde sie, wenn er sie nicht in seinen Ohren festhielte, sich mit seinem Herzen verknüpfen, und er würde sterben.“ Die Nettigkeit des Ohren- Schmalzes, meint der Aggadist, hält die böse Nachricht auf und lässt sie nicht in’s Herz eindringen. אלימה (oder vielleicht אלומה) bedeatet beide Mal; wenn nicht; vgl. dagegen מ״ב. Bubers Aenderung von אלמלא in אלמלי (Tanchuma IV, 98) ist nach meiner Erklärung der Stelle nicht nöthig. 17. Bür die radicale Willkür, mit der der Verfasser einfache, verstündliche Midraschstellen verändert, haben wir auch s. v. קנדילא ein charakteristisches Beispiel. In der Pesikta zu Chanucka, welche Friedmann im Beth-Talmud, Jahrgang V., edirfc hat, heisst ‘es;S. 52: מהו מתלקחת אמר ר׳ יודה מיתא מתקהא לעשות שליחותיה. Diese Lesart ist nicht anzuzweifeln, denn sie wird zunächst von Arnch s. v. מתקהא bestätigt. Hier lautetder Text: מהו מתלקחת א״ר יהודה בר׳ סימון מיתה מתק הא לעשות שליחותיה♦ Ferner von Jalkut und cod. Carmoly, wo nur das Wort מיתה fehlt. Endlich von dem durch Buber edirten cod. Luzatto, wo durch ein leicht erklärliches Versehen des Abschreibers der Handschrift מתקריא statt מתקר,א steht-. In Schir r. zu 3, 11 und Bern. r. cap. 12 hat das Wort מתקהא eine andere Gestalt angenommen; hier lautet der Text: אמר ריב״ם מחו מתלקחת מיתה! מתקהלא לעשות שליחותה בשביל לעשות רצון בוראה, dort dagegen: ורבנן אמרי מיתה ומתקלהא ,מיתה ומתקלהא בשביל לעשות רצון בוראם Meines Erachtens bietet die Erklärung dieses Midrasch keine Schwierigkeit. Betrachtet man den Bibelvers 2. M. 9, 24, so ergiebt sich sofort, dass hier ein Doppelwunder (נם בתוך נם) berichtet ist, dass der Hagel und das Feuer nur dadurch ihreu Zweck erfüllen konnten, dass sie sich nicht gegenseitig schadeten, dass weder der Hagel das Be-uer verlöschte, noch das Feuer den Hagel flüssig machte. Schon das apokryphische Weisheitsbuch ־ betont dieses Doppehvander: ״Das Feuer