Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 37 (1892-1893)
- Issue
- Heft 10
- Article
- Die ersten Emancipationsbestrebungen der Juden in Breslau
- Date
- 1893-01-01
- Page
- Seite 480 (sequence 14)
- Language
- German
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480 Emancipations-Bestrebungen in Breslau. gehabt hatte; sie wurde zu diesem Zwecke durch Zuziehung L. Meyers, der zun! Oberlandesaltesten der schlesischen Judenschaft ernannt wurde, und Dohms verstärkt. Zimmermann, der durch sein eifriges Eintreten für die Interessen der ’Wilhelms-Schule sich die Feindschaft der Frommen zugezogen hatte, sollte, um die Unparteilichkeit zu wahren, nicht der Kommission angehören; die Gemeinde selbst jedoch Hess, seiner Verdienste eingedenk, durch L. Meyer bei dem Minister um seine Zuziehung bitten1). Die Regelung der Verhältnisse in den neu eroberten preussisehen Provinzen2) machte jedoch 0 St.-A., M. R., 1. c. 2) Bekannt]ich Latte Preussen bei der 2. Teilung Polens 1793 Grosspolen als Siidpreussen seinen Provinzen einverleibt; bei der dritten Teilung 1795 erhielt es noch Neu-Ostpreussen und Nea-Schlesien. Die Vorgänge unter Hoyms Verwaltung in den neuen Provinzen dürfen als bekannt vorausgesetzt werden (vgl. A. D. B, Bd. XIII, S. 223 t). Die Juden, die in diesen annektierten Landstrichen lebten, waren fast die einzigen Bewohner, die etwas Kultur besassen; bei den Kulturbestrebungen Preussens daselbst behandelte man sie deshalb mit ziemlicher Rücksicht (Man vgl. Ausführliches bei Pliilippson, II, 121, 198, 209). St-A. (sub PA II 37i, St. E1*. II 71p) und G־-A. (Miscell. 1796) enthalten Aktenstücke über die Reform des Judenwesens dortselbst; die Pr. Bl. 1795, Bd. 21, S. 511, bringen gleichfalls einen Aufsatz hierüber. Auch, dort war eine der ersten beabsichtigten Verbesserungen die Einführung ordentlicher jüdischer Schulen (Ausführliches bei Warschauer, Erziehung der Juden in der Provinz Posen in Geigers Zeitschrift für Gesell, der Juden in Dtschld, III, S. 32fl). Als Muster für die zu gründenden Schulen wurde die Wilhelms-Schule empfohlen (Warschauer, S. 36). 1797 am 24. April befahl Hoym sogar der Kammer in Ueberlegung zu nehmen, oh man nicht an der Wilhelms-Schule ein Seminar zur Ausbildung von Lehren! für die neuen Provinzen errichten könne. Die Wirren, in welche die Schule verstrickt war, vereitelten jedoch die Ausführung dieses Planes. Dennoch kam die Kammer im Jahre 1802 wieder auf ihn zurück; das Kolleg erwiderte, dass nichts entgegenstehe, ־wenn die neuschlesischen Juden, die ohnehin wenig Abgaben hätten, Wohnung und Unterhalt für die Seminaristen zahlen würden. Auch diesmal scheiterte der Plan aus Mangel an geeigneten Kräften. Fehlten diese doch sogar zum event. Ersatz an der Wilhelms-Schule! ,,Von Dan bis Beerseba,“ schreibt David Friedländer am 17. Dez. 1802 an Wolfssohn, der ihn wegen eines geeigneten Lehrers angefragt hatte, ״ist, mit den Propheten zu reden,