Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 37 (1892-1893)
- Issue
- Heft 10
- Article
- Die ersten Emancipationsbestrebungen der Juden in Breslau
- Date
- 1893-01-01
- Page
- Seite 481 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2829132-2829640-2829651-2877839--25148-2877891- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Emancipatious-Bestrebungen in. Breslau. 481 seine längere Abwesenheitvon Breslau nötig und dadurch seine ־weitere Teilnahme an der Leitung der Gemeinde 1111möglich1). Mitglied des Schulkollegs blieb er aber auch fernerhin. Bas Detail der Gemeindeangelegenheiten hatten 12 Vorsteher zu besorgen; die Gemeindekasse blieb in den Händen der bisherigen Kassenverwalter. Der Streit zwischen Gemeinde und Schule hatte augenscheinlich seinen Abschluss erreicht; zum erstemnale seit Gründung der Schule konnte der Kamm er die Schulrechnung zur Decharge eingereicht werden, zum erstenmale wieder konnte das Direktionskollegium seine־ Thätigkeit der innereil Lage der Schule zuwenden. Und das war notwendig! Denn die äusseren Vorgänge waren nicht ganz ohne Rückwirkung auf sie geblieben2). Zucht und Disciplin hatten sich bedenklich gelockert; denn einerseits standen die frömmeren Mitglieder des Lehrkörpers sämtlich auf Seiten der Gegner der Schule und vernachlässigten in ungehöriger Weise :ihre Aemter, andererseits fehlte der Schule der so unumgänglich, notwendige Rückhalt im Elternhause. Ja es kam sogar oft vor, dass Schüler direkt zu Widerspenstigkeiten und Ungezogenheiten vom Hause angehalten wurden, um der Schule und den freier gesinnten Lehreren Verlegenheiten zu bereiten. Es ist psychologisch leicht erklärlich, wenn diese letzteren unter solchen Verhältnissen um so energischer an ihren Anschauungen festalles öde und leer. Die Betrachtungen, die sich bey diesem Mangel an Erziehern und Lehrern bey unsern Mitbrüdern darbietlien, sind gewiss nicht von der heiteren Art. Es kann aber auch gar nicht fehlen. Auf der einen Seite haben junge Leute unserer!Religion, die sich dem Erziehungsfache widmenג gar keine Aussicht auf ihr Alter; von der anderen werden sie je langer je weniger gesucht. Der orthodoxe Jude will einen Pohlen zum Erzieher, und der nichtorthodoxe Vater schickt seinen Sohn in die christliche Schule, dergestalt, dass der Lehrers tan d bey uns durchaus ganz eingehen muss.“ (G־A., Miscell. II). Ü An seine Stelle trat in der Judenkommission der früher schon erwähnte Kammersekretär Bürde, 2) G־.-A., Methoden und Instruktionen betr.