Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 37 (1892-1893)
- Issue
- Heft 10
- Article
- Die ersten Emancipationsbestrebungen der Juden in Breslau
- Date
- 1893-01-01
- Page
- Seite 479 (sequence 13)
- Language
- German
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Einaneipations-Bestrebungen in Breslau. 47$ 20. Mai 1795 zu übernehmen und vom Tage der Uebergabe an vorläufig monatlich 150 Ilialer der Schule auszuzahlen. Mach den Vorschlägen, die gemacht wurden, sollten entweder samtliehe Kinder zum Besuche der Wilhelms-Schule angehalten oder das Schulgeld erhöht und die oberschlesische Judenschaft. deren Kindern bisher unentgeltlicher Schulbesuch gewährt war, zur Zahlung zugezogen werden. Zimmermann schlug vor, den Stammmimmeranten die Verheiratung des zweiten Sohnes zu gestatten und das hierfür zu entrichtende Geld dem Schulfond zu überweisen. Aus der Mitte der Gemeinde gingen — charakteristisch genug — der Kommission Vorschlage zu, die darauf hinausliefen, der Ersparnis wegen das Lehrpersonal zu vermindern oder billigere, das hiess: Winkel- Schullehrer, anzustellen, sowie ein Gesuch, den hebräischen Unterricht an der Wilhelms-Schule aufzulieben. Die letztgenannten Vorschläge wurden von der Commission kurzer Hand abgewiesen; aber auch mit dem Uebrigen war Goldfuss nicht einverstanden: mit dem Spezialvorschlage Zimmermanns nicht, weil er eine zu grosse Vermehrung der Stainmnummeraiiten befürchtete, mit den erstgenannten deshalb nicht, weil jener den Hass der Frommen vermehren, dieser die Schülerzahl vermindern würde. Nur der Vorschlag, die Generalprivilegierten zur Unterstützung der Schule zu verpflichten, schien ihm annehmbar. Die Kammer verwarf jedoch nach eingehender Prüfung auch diesen nebst anderen neu ein gereichten Vorschlagen, und so blieb nichts übrig, als durch Aufnahme in den Gemeindeetat und Reparfition auf die Mitglieder die für die Schule nötigen 150 Thaler monatlich aufzubringen. Die Repräsentanten waren also unterlegen, aber die!Niederlage traf sie nicht mehr; denn im Juni 1795 hatte der Minister die Repräsentantenkörperschaft aufgelöst1), da ihre Amtszeit abgelaufen ־war, das Assessorat Zimmern! anns aufgehoben und die Leitung aller Gemeindeangelegenheiten der Judenkommission übertragen, die bis dahin nur Polizeirechte ג) Pr. Bl. 1790 Bd. 21, S. G03. — G-A., von Aufhebung d. Repräsent.