Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 37 (1892-1893)
- Issue
- Heft 10
- Article
- Die ersten Emancipationsbestrebungen der Juden in Breslau
- Date
- 1893-01-01
- Page
- Seite 478 (sequence 12)
- Language
- German
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478 Emaneipations-Bestre'bungen in Breslau. zu Wege gegangen ist und nicht, bedacht hat, dass nur der auf die Denkungsart einer Yolksklasse zu wirken vermag, der sich ihr Zutrauen ganz zu eigen zu machen und ihre Ideen, ohne dass sie es selbst merkt, successive zu lenken versteht, welches aber durch Entfernung aus dem gesellschaftliehen Kreise, durch gewaltsame Abschaffung verschiedener Cerenaonien besonders bei der ersten Bekanntschaft, wie dies der Löwe gethan, unmöglich von ihm erreicht werden kann.“ Dass unter solchen Verhältnissen die Wilhelms-Schule seihst• noch weiter arbeiten konnte, dass die Lehrer, von Nahrungssorgen gedruckt, von Angriffen stets heimgesucht, noch Lust und Ereude am Unterrichte hatten, ist bewundernswert. Jedes Jahr fanden regelmässig die Examina statt und wurden Berichte ausgegeben ־, Löwe und Wolfssohn aber suchten Zerstreuung und Trost zu finden in reichlicher litterarischer Beschäftigung, vor allem in der Kedigierung des Meassef, der, seit 1790 in seiner Herausgabe unterbrochen, gerade in diesem Jahre (1794) zum erstenmale wieder erschien. Mit Beginn des Jahres 1795 eröffnete die vom Minister eingesetzte Kommission ihre Thätigkeit; eine angenehme Aufgäbe war ihr nicht zugefallen, und nur dem aufopfernden Eifer Goldfiiss’ vor allem gelang es, den hartnäckigen Widerstand der!Repräsentanten nach langem Bemühen zum Teil zu brechen und eine vorläufige Entscheidung herbei Zufuhren. In den stürmisch bewegten Sitzungen, in denen die religiösen Anschauungen, aus denen heraus die Streitfragen eigentlich entstanden waren, off genug hart an einander gerieten, bildete den Hauptstreitpunkt die Aufbringung der monatliehen Unterhaltungskosten für die Schule. Die Repräsentauten erklärten es für unmöglich , die hei dem eingehenden geringen Schulgeld ziemlich hohen Restsummen der Gemeindekasse aufbürden zu können, und erst als Zimmermann und L. Meyer versprachen, Mittel ausfindig machen zu wollen, durch welche die Schul einnahmen erhöht, die Mitheranziehung der Gemeindekasse erleichtert würde, waren die Repräsentanten damit einverstanden , den Schulfoncl am