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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1893-01-01 · Heft 10 · p. Seite 465

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
37 (1892-1893)
Issue
Heft 10
Article
Unechte Verse im Schir ha-kavod
Date
1893-01-01
Page
Seite 465 (sequence 3)
Language
German
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Unechte Verse im שיר הכבוד. 465 kleistert. צדיק und das reimschaffende כביר haben gar keine innere Beziehung zu 1מחולל ומוליד). In dem nächstfolgenden Vers, der mit; dem wegen Häufung der Lippenlaufe schlecht klingenden ובברכחי anfängt, findet sich wieder das fatale ראש, und zwar zwei Mal. Der erste Halbvers wird wohl durch die Erzählung des R. Ismael ben Elischa (Berachot 7a) gedeckt, ist doch aber selbst für einen im Äusmalen des Göttlichen so dreisten Dichter, wie der Verfasser des אנעים זמירות es ist, ein gar gewagter Anthropomorphisnius. In dem zweiten Halbvers steht ראש in einer seltenen Bedeutung ״ בשמים ראשedle Gewürze“ nach II. B. M. 30,23. (Eine bessere Lesart in diesem Verse siehe weiter unten). Unmittelbar auf diesen Vers hat derselbe Dichter den folgenden mit יערב anfangenden Schlussvers nicht schreiben können. Dieser an den Anfangsvers anklingende Schluss2) ist sicher echt. Eicht nur das Anklingen spricht dafür, sondern auch die Glätte und Leichtigkeit des Versbaues, ganz wie im grössten Theil des Liedes. Die Echtheit dieses Verses verurtheilt dann den vorhergehenden Vers. Wenn man von Gott ein ״Kopfnicken“ verlangt hat, zum Zeichen, dass er den Lobgesang als ״edle Gewürze“ annimmt, dann ist es einfach fade zu bitten, dass die Rede ihm ״angenehm sein möge.“ Gehen wir jetzt noch auf die mit ת anfangenden Verse zurück. Ich habe schon bemerkt, dass der ־תהלתי Vers, trotz seines ראש, ganz unverdächtig ist; er ist ganz im Geiste und Tenor des Gedichtes. In dem anderen, durch die unnöthige Doppeltheit des ת verdächtigen Verse findet sich שירת רש, also wiederum eine unzweideutige Anspielung auf das immer wiederkehiende 3ראש). Sich ״Haupt“ der Dichter zu nennen, hat der Interpolator nicht gewagt. Als ,,Armseliger“ passt er aber weder zum Anfang noch zum Schluss des Gedichtes, wo der Dichter nur von seiner ״Sehnsucht“ spricht. Von 1) Insofern hat N. Levy (s. oben) Recht, dass dieser Vers viel eher als eine Dedication an einen Mäcen ausschaut, als wie eine Lobpreisung Gottes. Für einen frommen (צדיק), einflussreichen (בביר), in der Geburtshil'fe erfahrenen (מחולל ומוליד) Arzt, der seinen Reichthum — oder seine Gelehrsamkeit, wie ״das Getreide“ Spr. 11,26 agadisch ausgelegt wird — willig spendet, wäre eine solche Lobpreisung passend. 2) Die Commentare machen mit Recht hierauf aufmerksam. Ver־־ schieäene Uebersetzer haben diesen eigenthümlichen Bau nur wenig beachtet. 3) In der heiligen Schrift findet sich mehrmals plene ראש geschrieben, vielleicht stand hier ursprünglich ebenso.

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