Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 37 (1892-1893)
- Issue
- Heft 10
- Article
- Über die Ursprünge und Grundformen der synagogalen Liturgie
- Date
- 1893-01-01
- Page
- Seite 448 (sequence 8)
- Language
- German
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448 Ursprünge und Grundformen der synagogalen Liturgie. (Enoch: Das ״Achtzehngebet“ Kreuznach, 1886, ist hinter Landshuth zurückgeblieben). "Wenn selbst solche Segenssprüche, wie der Lobpreis, nicht als Heide, nicht als Sklave, nicht als Weib geboren zu sein, wie ich gegen Darmstetter in Menorah, July 1892, S. 16—19 — und Professor Kaufmann in dieser Zeitschrift, S. 14ff — gezeigt, nachweislich auf vorchristliche Zeit und altpersische Ursprünge zurückgehen, so ist wohl von Vornherein anzunehmen, dass der Grundtypus all er unserer Gebete auf die vormacedonische, also persische Kulturep oche zurückreicht. In der That lassen sich mit Leichtigkeit die stereotypen Gebetsausdrücke in den Apokrvphen (vgl. II. Makk. I, 2—5, 24—29; II, 19—18; IU, 30, 38; VII, 28; VII, 17; XIII, 45; XV, 11, woselbst die Propheten bereits als דבלי נחמתא Haphtaragemäss vom משלח מלחמה zur Verlesung kommen (vgl. II. Makk. 8, 13 und I. Makk. 3, 56), besonders in den Gebetstücken bei Tobit, Judith, Manasse’s, Esther, Baruch u. s. f.) wiedererkennen, was auszuführen der Baum verbietet. Eines muss vor Allem betont werden: Alle unsere Gebete und Segenssprüche vom ersten Erwachen und Ankleiden bis zum Schlafengehen, vom Dank für’s Licht der Sonne bis zum Preis für den Neumond finden ohne Ausnahme ihre Analogie, aber auch ihre Wurzel und Beleuchtung in den alt magischen Bräuchen der Parsen, im Zendavesta und dessen Kommentaren. Und die Präge ist nur, ־wann haben diese Berührungen stattgefunden zwischen den jüdischen und den persischen ״Heiligen“. Meine Antwort ist: Die zoroastrische Lichtreligion und das einer Weltreligion mit Hinzuziehung fürstlicher Eunuchen (Jesaiah 57, 1—7) als gottgläubige Sabbathhüter und Bundesgenossen zustrebende Judenthum der Anavim haben ihren Läuterungs- und Verjüngungsproeess gleichzeitig und gegenseitig beeinflussend, unter und nach Cyrus durchgemacht. In Jes. 45, 7 wird der magische Dualismus — wie Dr. Kohut richtig erkannt hat — in Verbindung mit Cyrus’ Namen bekämpft, und auf der anderen Seite liefert die mazdäische Weltanschauung mit ihren Geistern und Himmelsgestalten, ihren Zukunftshoffnungen und ihren religiösen Ceremonien der Synagoge der ״Frommen“ Judas Stoff, Grundlage und Muster. Von den Magiern haben die Letzteren es gelernt, dreimal täglich zu beten und mit dem Hahn um die Wette den Morgen mit dem Schmä-Buf zu wecken (entsprechend dem persischen Ashem Vohu!); ihnen haben sie den heiligen Gürtel, '«Kopfbinden und Kronen wie Badeschürzen, die