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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1893-01-01 · Heft 9 · p. Seite 427

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
37 (1892-1893)
Issue
Heft 9
Article
Die ersten Emancipationsbestrebungen der Juden in Breslau
Date
1893-01-01
Page
Seite 427 (sequence 19)
Language
German
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Emancipations-Bestrebungen in Breslau.. 427■ Gottesverekriiiig zu erziehen. Sonst aber sei ihnen freie Religionsübung zu gestatten, die Zulassung zum Handwerk ■auf jede "Weise durchzusetzen, zumal nur die von auswärts •einwandernden Gesellen an der verächtlichen Behandlung der jüdischen Handwerker schuld seien, und in den Generalziinftartike’Ln gar nicht buchstäblich von der Ausschliessung der Juden die Eede sei1). Handel, Ankauf von Häusern und Arenden, Pachtungen von Gütern müssten ihnen freigegeben, Leibzoll und Tagegroschen erlassen werden. Alle diese geschilderten Vorgänge erweckten, ganz abgesehen von der allgemeinen erregten Lage, die Aufmerksamheit der Gemeindemitglieder nicht minder leidenschaftlich wie die . Vorfälle an der Wilhelms-Schule, und da viele dieser Eefonnbestrebimgen eine religiös zugespitzte Tendenz aufwiesen, so waren es begreiflicherweise vor allem die Frommen, ־die in Aufregung versetzt wurden. Das Für und Wider brachte die ganze Gemeinde in fortwährende Bewegung, und ein natürlicher Ausfluss dieser Stimmungen ist es, wenn in einem Kammerbericht heftig darüber geklagt wird, dass die 'Gemeindeangehörigen gegen die Repräsentanten wie gegen Zimmermann so wenig Gehorsam zeigten2). Der Repräsentantenkörper bot dasselbe Bild; auch hier gab es Freunde und Feinde der neuen Bewegungen, auch hier' waren die Frommen in der Ueberzahl3). Zudem waren manche, die sich nicht in ihr Amt hineinfinden konnten, manche auch, deren Mangel an Gemeinsinn oder an der nötigen Verschwiegenheit sie dazu unfähig machte. Austrittserklärungen ג) Thatsächlich machte aber die Art des geschichtlichen Ursprungs und die Gesammtanlage der Zünfte den Eintritt der Juden unmöglich. Man vgL über die Aufnahmebedingungen, nach denen vor allem nur für den freien Mann die Zugehörigkeit- 2ur Zunft möglich war, Gr. L, von Maurer, Geschichte der Städteverfas3ung in Deutschland Bd.Il, S. 446 und 744. 2) st-A., ME. XV, 6. 3) Von den drei Repräsentanten der Generalprivilegierten gehörte nämlich nur noch L.. Meyer dem Vorstände an; Simon Hirsch war gestorben, der Dritte hatte sein Amt niedergelegt. 28*

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