Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 37 (1892-1893)
- Issue
- Heft 9
- Article
- Zur Biographie Elija Levita's
- Date
- 1893-01-01
- Page
- Seite 403 (sequence 6)
- Language
- German
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Zur Biographie Elija Levita’s. 403 mir über irgend eine grammatische Frage hätte Bescheid geben können. Und doch pflegte ich mich im Laufe der Zeit, wo ich nur Einen besuchen konnte, allerwärts eifrig darum zu bemühen“ (S, 21 f). In Ulm war es, wo Pellikan auf seiner oben erwähnten Visitationsreise (im J. 1514) einige hebräische Schriften abschrieb, ״nämlich ein Vocabularium (einen Auszug aus David KimchPs liber radicum) und das Bruchstück einer Grammatik, sowie ein lateinisches Lehrgedicht des Rabbi Joseph ans der Provence, der nach Aesops Art schon vor Reuchlin mit grosser Versgewandtheit lateinisch schrieb. Das Buch war in Pforzheim gedruckt und hiess die goldene Schale (scutella aurea)“ (S. 47 f). Die Angabe über des Rabbi Joseph Lehrgedicht, welche trotz ihrer offenbaren Unverständlichkeit vom Uebersetzer ohne Bemerkung gelassen wird, beruht auf unrichtiger Wiedergabe des lateinischen Originales. Hier lautet die betreffende Stelle so (p. 46 f.): ,,Alium quoque libellum rescripsi ab eo, carinen disciplinae pro moribus, 130 versuum, R. Josephi Esopaei provincialis, Judaei, quem jam ante D. Jo. Reuchlin latiuum fecerat, versibus eruditione plenus1), Pfortzae impressum, quem vocant Scutellam auream.“ Der Uebersetzer, obwohl er sich über das in Rede stehende Werk aus der von ihm angeführten Stelle in L. Geiger’s Studium der hebräischen Sprache in Deutschland, S. 37, hätte belehren lassen können, weiss nicht, dass ״Esopaei“ ה&וובי, Beiname des im 13► Jahrhunderts lebenden R. Joseph ist, und machte daraus ,,nach Aesops Art.“ Sein Gedicht heisst קערת כסף und es muss daher bei Pellikan ,,Scutellam argenteam“ statt ,,Sc. auream“ gesetzt werden. Dieses Gedicht wurde von Reuchlin im Jahre 1512 in’s Lateinische übersetzt. Darauf bezieht sich die Aiigabe bei Pellikan: quam jam ante D. Jo. Rechlin Latinum fecerat. Aber der Uebersetzer nahm ante (׳־ antea) als Präposition und bringt den Unsinn heraus: ,,der schon vor Reuchlin lateinisch sclnieb.“ — Ln Jahre 1547 machte sich Pellikan ״der Uebung halber an die Uebersetzung zweier Bücher in gebundener und ungebundener Rede talmudisehen Stils, betitelt ,Wüstenreisenf Die Verso des ersten Buches habe ich deutsch übersetzt. 111 zehn Tagen war die Arbeit fertig“. Was für ein Werk mag das gewesen sein? (S. 162) Im Jahre 1546 berichtet P.: ״Ich übersetzte, so gut ich konnte, die Einleitung des Rabbis Mose ben Maimon zum Talmud, die sogenannte ,Lyra‘ (S. 160). Eine solche Be- '״.plenis״ Lies (!